Daniela Pondelicek

Er sollte regeln, unter welchen Bedingungen ein Solarpark in der Gemeinde Sonnefeld gebaut werden kann - doch nun ist er vom Tisch: Die Mehrheit des Sonnefelder Gemeinderats hat sich in der vergangenen Sitzung gegen einen Kriterienkatalog für Freiflächenphotovoltaikanlagen im Gemeindegebiet ausgesprochen. Dieser Beschluss heißt aber nicht, dass nicht doch ein Solarpark in der Gemeinde entstehen kann.

Rückblick: In der vergangenen Gemeinderatssitzung wurde der Kriterienkatalog für Freiflächenphotovoltaikanlagen im Gemeindegebiet vorgestellt. Er wurde vom Klimabeirat der Gemeinde Sonnefeld unter der Leitung von Gemeinderat Günter Engel (GUB) erarbeitet und sollte klären, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit ein Investor einen Solarpark in der Gemeinde bauen kann. Unter anderem könnte die Anlage nur aus klassischen Silizium-Modellen der neuen Generation bestehen, dürfte maximal zehn Hektar groß sein und müsste mindestens 200 Meter außerhalb der Ortsbebauung errichtet werden. Alle Flächen, die nach diesen und weiteren Kriterien nicht für einen Solarpark infrage kämen, wurden in einer Karte des Gemeindegebiets rot markiert.

In der Sitzung hatte Christian Gunsenheimer (FW), Klimaschutzbeauftragter des Landkreises Coburg, die Arbeit des Klimaschutzbeirats gelobt. Zwar befinde sich die Gemeinde dank der "unsäglichen Windräder" am Kraiberg im vorderen Viertel des Coburger Landkreises, aber es gebe durchaus noch Luft nach oben. "Ziel muss es sein, vor Ort das zu erzeugen, was tatsächlich verbraucht wird, und damit eine klimaneutrale Kommune zu werden", erklärte er. Bürgermeister Michael Keilich (CSU) gab zu bedenken, dass es durchaus sein könne, dass die Regierung genau das künftig von den Kommunen verlangen könnte: "Und jede Gemeinde, die dieses Ausbauziel nicht erreicht, müsste dann zusätzliche Abgaben zahlen." In der vergangenen Gemeinderatssitzung wurde einstimmig beschlossen, den Kriterienkatalog dem Bauausschuss vorzulegen und in der darauffolgenden Gemeinderatssitzung einen Beschluss zu fassen.

Wenn es nach Gemeinderätin Linda Bär (SPD) gegangen wäre, dann wäre der Beschluss allerdings erneut vertagt worden - ihr Gesuch wurde aber mehrheitlich abgelehnt. Sie wollte, dass einer Entscheidung zunächst eine Informationsveranstaltung für die Bürger vorausgeht, denn: "Es herrscht noch viel Unwissenheit in der Bevölkerung, was den Katalog angeht." Einige Bürger hätten sich alarmiert gefühlt - so wie auch ein Ehepaar aus Oberwasungen: Sie hatten sich in einem Brief an die Gemeinde gegen einen Solarpark in ihrem Ortsteil ausgesprochen. Dem Schreiben war ebenfalls eine Unterschriftenliste aus dem Dorf beigefügt.

"Kein Freifahrtschein"

Günter Engel, Vorsitzender des Klimabeirats, betonte daraufhin, dass der Kriterienkatalog kein Freifahrtschein für Investoren sei: "Er ist vielmehr ein Verhinderungskatalog, der viele Projekte von vornherein ausschließt." Bürgermeister Keilich fügte hinzu: "Der Kriterienkatalog ist keinesfalls bindend - selbst wenn ein Investor alles erfüllt, kann der Gemeinderat dem Bauvorhaben einen Riegel vorschieben." Florian Angermüller (JU) begründete seine Ablehnung damit, dass ein Solarpark die Natur kaputt machen und den Landwirten Freiflächen rauben würde.

Bürgermeister Keilich betonte nach dem ablehnenden Beschluss: Das bedeute nicht, dass sich der Gemeinderat künftig nicht mehr mit potenziellen Solarparks in der Gemeinde befassen müsse. "Wenn ein Investor bauen möchte, ist dieser Antrag - so wie jeder andere Bauantrag auch - im Gremium zu prüfen."