Cindy Dötschel und Marco Meissner Kronach — Mehr als 2000 Menschen in Deutschland haben sich mittlerweile mit dem Corona-Virus infiziert. Am Freitagnachmittag wurde der erste Coronafall in Lichtenfels bestätigt.

Markus Franz, Geschäftsführer des Frankenwald Tourismus Service Centers, steht angesichts der Lage vor zwei wichtigen Fragen: Was wird aus dem Frankenwald-Wandermarathon am 16. Mai? Und wie wirkt sich Corona auf den Tourismus generell aus?

"Wir planen erstmal weiter, weil wir ja nicht wissen, was bis zum Wandermarathon los ist", erklärt Franz. Einige Vorbereitungen und Bestellungen müssten jetzt getroffen werden, um im Zeitplan zu bleiben. Trotzdem lässt sich der Frankenwald Tourismus die Optionen offen, die Veranstaltung im Fall der Fälle auf Herbst oder ins nächste Jahr zu verschieben.

Kein Corona in der Natur

In der Tourismusbranche allgemein erwartet Franz bei den Fernreisen heuer alleine schon wegen der geschlossenen Grenzen negative Folgen. Darin könnte im Gegenzug eine Chance für den Inlandstourismus - auch im Frankenwald - liegen. "Die Leute können ihre Kinder ja nicht fünf Wochen lang daheim einsperren", stellt Franz fest.

Aber angesichts der Corona-Situation dürfte der Bewegungsradius der Urlauber enger werden. "Die Natur bei uns steht offen, da trifft man kein Corona wie im Freizeitpark unter Tausenden von Menschen", sagt Franz. In der Dr. Schneider Unternehmensgruppe wurden bereits erste Maßnahmen getroffen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. "Um das mögliche Risiko einer Infektion unserer Mitarbeiter mit dem Coronavirus zu minimieren, wurden seitens der Firmenleitung weitere Maßnahmen eingeleitet", teilte Pressesprecherin Ria Schuberth auf Anfrage des Fränkischen Tags mit.

Kein Händeschütteln

Diese Maßnahmen gelten nicht nur an den deutschen Standorten der Unternehmensgruppe, sondern auch in den Werken in Polen, Spanien, USA und China. In den kommenden Wochen werden keine Geschäftsreisen und keine externen Schulungen sowie Kundenbesuche stattfinden. Darüber hinaus werden Besprechungen in einem Raum auf maximal fünf bis zehn Personen beschränkt. Moderne Kommunikationsmittel, wie Skype, werden bevorzugt zum Einsatz kommen. Auch könne verstärkt von zuhause aus gearbeitet werden. "Verpflichtend ist weiterhin auch die Einhaltung unserer Hygienevorschriften", betont Schuberth. Darunter fallen Handschläge und Umarmungen zur Begrüßung. Außerdem sollen die Mitarbeiter Desinfektionsmittel nutzen und in die Armbeuge husten oder niesen. "Sobald ein Mitarbeiter infiziert ist, werden wir streng nach den Vorgaben des Staatlichen Gesundheitsamtes vorgehen. "

Bei Heinz-Glas in Kleintettau wird bereits an einem Konzept dazu, wie Home-Office ermöglicht und eine Kinderbetreuung gewährleistet werden kann, gearbeitet. "Im Fall, dass ein Mitarbeiter sich mit dem Virus infiziert haben könnte, wird dieser für die nächsten zwei Wochen nach Hause geschickt", sagt Lisa-Lampert Müller, Mitarbeiterin im Marketing.