tipps Wie wichtig die wenigen Quadratmeter im Freien sind, wissen wir nun. Doch welche Pflanzen gedeihen am besten im Kasten und im Topf? Und zu welchem Zeitpunkt sollten Hobbygärtner die Gewächse einpflanzen?
Ist der Balkon noch so klein, er ist doch ein wahrer Schatz - gerade in diesen Zeiten. Was liegt also näher, als ihn jetzt so richtig herauszuputzen, ihn in eine blühende Oase zu verwandeln? Mit den richtigen Pflanzen in Kasten oder Topf freuen sich auch die Bienen. Marianne Scheu-Helgert von der Bayerischen Gartenakademie in Veitshöchheim erklärt, was zu beachten ist. Und wer zu den Glücklichen zählt und einen Garten hat, dem gibt sie Tipps, wie sogar der eigene Spargelanbau gelingen kann.
Was im Kasten blüht
Wer auf der sicheren Seite sein will und einen sonnigen Balkon hat, der kann jetzt noch Frühjahrsblüher in die Kästen pflanzen, sagt Scheu-Helgert und zählt zum Beispiel Goldlack auf. "Der verträgt auch einen kleinen Frost." Wer schon einen Schritt weitergehen will und sich an Sommerlichem erfreuen möchte, könne bereits zu Geranien oder Petunien greifen. Doch Vorsicht: Petunien bevorzugen eine weniger kalkreiche Erde als beispielsweise Geranien. "Während die Geranienerde zwei bis drei Gramm Nährstoffe pro Liter enthält, entfalten Petunien ihre ganze Leuchtkraft in ph-reduzierter Erde."
Wer es gerne pflegeleicht hat und trotzdem Insekten Nahrung bieten will, dem empfiehlt Scheu-Helgert das gelb-orange Blütenmeer Bidens. Aber auch die Balkonpflanze 2019 ist ein Hingucker und zieht dazu Hummeln magisch an: "Der freche Michel, diese aufrechte schöne Salbeipflanze, macht sich in Kästen mit hängenden Pflanzen wie Geranien gut - das gibt dem ganzen Kasten mehr Struktur", sagt Scheu-Helgert. Auch kleinwüchsige Dahlien machen sich auf dem Balkon hübsch. Wer generell darauf achtet, die ungefüllten Sorten zu nehmen, tut Insekten etwas Gutes. Allerdings muss bei allen Sommerpflanzen am Balkon noch auf eventuelle Frostnächte geachtet und die Pflanzen dann gegebenenfalls mit einem Vlies geschützt werden.
Was tun bei einem schattigen Nordbalkon? "In dem Fall würde ich zu Begonien raten", sagt Scheu-Helgert, "auch Fuchsien gedeihen prima." Insektenfreunde sollten auch hier die weniger gefüllten Sorten wählen.
Auf dem Balkon entwickeln sich im Übrigen nicht nur Blumen wunderbar. Scheu-Helgert rät Balkonbesitzern, die in diesem Jahr noch Erdbeeren selbst ernten wollen, zu sogenannten Frigopflanzen - "am besten in A-plus-Qualität". Sie wurden im vergangenen Jahr angezogen und dann gekühlt. "Nach gut zehn Wochen kann bereits geerntet werden." Die Erdbeerpflanzen einfach in einen breiten und hohen (mindestens 20 Zentimeter) Balkonkasten mit Balkonblumenerde setzen, die Wurzeln nach unten und die Knospe soll gerade auf dem Boden aufsitzen.
Auch Himbeeren lassen sich gut in einem großen Topf auf dem Balkon halten. Aber Vorsicht: "Himbeeren mögen keinen heißen Fuß und keine Staunässe", sagt die Fachfrau. Das heißt, ihr Topf sollte nicht nur einen Untersetzer haben, sondern auch umschattet werden, etwa mit einer Schilfmatte. "Oder man pflanzt in einem ausreichend großen Gefäß mit wirklich viel Erde Himbeeren und am Rand Erdbeeren, die nach unten wachsen."
Eine wahre Pracht sind üppige Hortensien. Wobei weiße und rote Sorten nach Ansicht von Scheu-Helgert wesentlich pflegeleichter sind als himmelblaue, betont die Fachfrau. Wer sein Herz an himmelblaue Hortensien verschenkt hat, sollte sie in einem großen Gefäß in kalkarme Hortensienerde lassen, nicht auspflanzen, sondern vor allem mit aluminiumhaltigem Dünger (blauer Hortensiendünger) und nur mit Regenwasser pflegen. "Blaue Hortensien benötigen wie Azaleen oder auch Rhododendren saure Böden, sonst blühen sie im nächsten Jahr rosa." Auch stecke in ihrem botanischen Namen "Hydrangea" das Wort "Wasserkanne", womit klar wird, dass Hortensien - und zwar alle Sorten - einen hohen Wasserbedarf haben.