Diskussionen und Einblicke in den Alltag von Betroffenen prägten die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen gegen Südlink (BBgS) in Burghaun. Zu dieser war neben Bürgerinitiativen aus vier Bundesländern auch Matthias Otte (Abteilungsleiter Netzausbau bei der Bundesnetzagentur in Bonn) angereist, um sich den Fragen der Verbandsmitglieder zum aktuellen Stand der Südlink-Planungen zu stellen. Dies teilte der BBgS in einer Pressemeldung mit.


Situationsbericht

Wie der Mitteilung weiter zu entnehmen war, bildete der Vortrag der Interessensgemeinschaft Bergrheinfeld gegen Südlink den Höhepunkt der Veranstaltung. Unterstützt durch beeindruckende Bilder, konnte Norbert Kolb vom Bauernverband Bergrheinfeld einen umfassenden Situationsbericht der Region um das stillgelegte Kernkraftwerk Grafenrheinfeld geben. Zirka 150 Strommasten aller Spannungsebenen durchqueren die Gemeinde und auch zwei Umspannwerke mit einem Flächenverbrauch von zirka 31 Hektar belasten bereits jetzt die Gemarkung Bergrheinfeld. Inzwischen habe Übertragungsnetzbetreiber Tennet, wie der BBgS meldet, von der Öffentlichkeit größtenteils unbemerkt, weitere Flächen aufgekauft und versuche anscheinend im Vorfeld Fakten für den möglichen Bau einer für den Südlink benötigten Konverter-Station zu schaffen. Doch nicht nur Südlink, auch die geplanten 380-kV-Trassen P43 und P44 sowie die Weiterführung der Thüringer Strombrücke würden Bergrheinfeld belasten. "Nie haben wir geklagt, man hat in der Vergangenheit versucht, sich zu arrangieren, doch was zu viel ist, ist zu viel", erläuterte Norbert Kolb, "angeblich sind noch keine Entscheidungen getroffen, und man beteuert, mit den Bürgern geeignete Lösungen finden zu wollen, aber die Tennet-Aktivitäten sprechen eine andere Sprache." Hier werde keiner mehr gefragt, hier seien schon Tatsachen geschaffen worden.


Mitspracherecht einfordern

Daher lautete das klare Fazit des BBgS: Wachsam bleiben und Mitspracherecht einfordern. Beteiligungsmöglichkeiten wahrnehmen und darauf achten, dass die vielen Stellungnahmen, die bereits im Vorfeld der ersten Südlink-Planungen abgegeben wurden, im weiteren Verfahren ebenso berücksichtigt werden wie die neu zu ermittelnden Raumwiderstände. red