Günther Heller, Bernd Kundinger und Roland Schnappauf sind die neuen Feldgeschworenen für den Aurachtaler Ortsteil Unterreichenbach. Sie wurden in der jüngsten Aurachtaler Gemeinderatssitzung von Bürgermeister Klaus Schumann vereidigt. Mit ihnen hat der Ortsteil wieder vier Feldgeschworene.
Wie der Bürgermeister erläuterte, werden Feldgeschworene auf Lebenszeit gewählt. Oberstes Gebot für sie ist absolute Verschwiegenheit. Sie sind dabei, wenn Grenzen abgemarkt werden, das heißt, bei der Neuvermessung oder Teilung von Grundstücken. Durch Aufdecken oder Anbringen von Grenzzeichen machen sie die Grenzen für jedermann erkennbar.
Schumann berichtete über die Institution des Feldgerichts, das auch in Aurachtal sehr weit in die Vergangenheit reiche: Als die gemeinsame Bewirtschaftung von Grund und Boden vom Alleineigentum abgelöst wurde, bestand großes Interesse daran, die Besitzstände zu markieren. Genügten zunächst natürliche Gegebenheiten wie Bachläufe oder markante Geländepunkte, so kamen bald Steine und Pfähle in Gebrauch. Zur Grenzbeaufsichtigung wurden Feldgeschworene gewählt.


Die geheimen Zeichen

Heute bezeichnet das Gesetz als wichtigste Aufgabe des Feldgerichts die Mitwirkung beim Abmarken von Grundstücken. Dazu gehört das Sichern, Heben und Tiefersetzen sowie Aufsuchen und Geraderichten von Grenzsteinen, erläuterte Schumann. Auch bei der Unterstützung des Vermessungsamts (heute: Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung) beim Anbringen von Grenzzeichen erfülle das Feldgericht eine wichtige Aufgabe. Jede Gemarkung einer Gemeinde hat eigene Feldgeschworene. Die Zahl der Feldgeschworenen wird durch Beschluss des Gemeinderats festgelegt. Sie muss mindestens vier und soll höchstens sieben betragen. Früher wurden die Feldgeschworenen auch als "Siebener" bezeichnet, da die Zahl sieben als heilige Zahl galt.
Eine Besonderheit sei heute immer noch das Siebenergeheimnis, berichtete Schumann: Zu der Zeit, als es weder Flurkarten noch genaue Messdaten gegeben habe, seien gesetzte Grenzsteine mit geheimen Zeichen versehen worden, die nur den Feldgeschworenen bekannt waren und nur mündlich weitergegeben werden durften. Bei Streitigkeiten habe man so leicht feststellen können, ob ein Grenzstein willkürlich versetzt worden sei. Aufgedeckte Veränderungen seien hart bestraft worden.