"Tu was du kannst, mit dem was du hast, dort wo du bist.” Der Inhalt dieses Zitats von Theodore Roosevelt war sinngemäß das, was die Laudatoren den besten Absolventen der sieben Mittelschulen im Landkreis bei einer Feierstunde mit auf den Weg gaben.

Die Regierung von Oberfranken und das Staatliche Schulamt hatten die fünf besten der etwa 200 Schüler ins Landratsamt eingeladen, die beim qualifizierenden oder mittleren Abschluss Top-Noten geschafft hatten.

"Sie alle können auf Ihre hervorragenden schulischen Leistungen stolz sein. Sie haben fleißig gelernt, Ihr Können unter Beweis gestellt und damit die besten Ergebnisse im ganzen Landkreis erzielt", lobte Schulamtsdirektor Michael Hack. Die Lehrer hätten ihnen nicht nur Wissen und Können vermittelt, sondern auch soziales Miteinander beigebracht und sie auf die Berufswelt und das Verständnis für die Natur und die Umwelt vorbereitet.

"Im Leben angekommen"

Michael Hack machte den Absolventen Mut: "Sie sind jetzt mitten im Leben angekommen, in dem Ihnen unzählige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in Handwerk, Industrie und Dienstleistungsgewerbe zur Verfügung stehen. Sie haben sich das Rüstzeug erworben, durchzustarten. Nutzen Sie die Chancen und die Zeit, in die Sie jetzt hineinwachsen."

Landrat Klaus Peter Söllner wies deutlich auf die Wertigkeit dieser Abschlüsse hin. "Damit haben Sie derzeit im Landkreis und in Oberfranken überall gute Chancen." In vielen Bereichen gebe es attraktive Arbeitsplätze, der Bedarf an Fachkräften sei enorm. "Ich wäre froh, wenn möglichst viele von Ihnen ihren Weg im Landkreis machen, oder zumindest in Oberfranken bleiben", hoffte der Landrat. Die Chancen dazu seien noch nie so gut gewesen.

"Dass diese Ehrung jetzt zum dritten Mal stattfindet, haben wir einem Anstoß aus dem Handwerk und einer gemeinsamen Initiative mit der Regierung von Oberfranken zu verdanken", betonte Kreishandwerksmeister Günther Stenglein, "denn es kann ja nicht sein, dass überall die guten Abiturienten und Realschulabgänger gefeiert werden, nur die Besten der Mittelschulen nicht".

Werbung für das Handwerk

Das Handwerk habe einen guten Draht zu den Mittelschulen. Sie sind dank der weitaus besten Praxis- und Berufsorientierung aller Schularten der beruflichen Praxis sehr zugewandt. Das mache die Absolventen für den Arbeitsmarkt besonders wertvoll.

Mit 130 Ausbildungsberufen biete das Handwerk vielfältige Möglichkeiten, so Stenglein. 2018 seien 5600 Lehrverträge geschlossen worden, darunter seien elf Prozent Abiturienten gewesen. Ganz wichtig sei das Fundament, das Rückgrat. "Das sind die Kollegen, die vor Ort termingetreu, sauber und genau die Aufträge abarbeiten."

"Ein Meilenstein"

"Dieser Abschluss ist für Sie ein Meilenstein", gratulierte der stellvertretende Vorsitzende des IHK-Gremiums Kulmbach, Harry Weiß. Er erinnerte daran, dass sich die Betriebe immer weiterentwickeln und an neue Geschäftsmodelle anpassen müssen. Der Innovationsdruck sei sehr groß. "Wir leben in einer Welt, in der sich die Geschwindigkeit der Veränderungen nicht zuletzt durch die zunehmende Digitalisierung immer mehr erhöht. Bleiben Sie am Ball, interessieren Sie sich für Ihren Beruf, warten Sie nicht ab, gehen Sie selbst nach vorne, probieren Sie was aus", ermunterte er die Absolventen."

Den besten qualifizierten Abschluss der Mittelschulen im Landkreis schafften Felix Friedrich und Saskia Vogt von der Mittelschule Neuenmarkt. Den besten mittleren Abschluss erreichten Aleyna Aydin, Bastian Lehner und Lars Müller vom M-Zug der Hans-Edelmann-Schule. Für die erfolgreichen Absolventen gab es nicht nur lobende Worte und Urkunden, sondern von Uli Förtsch von der Handwerkskammer für Oberfranken auch kleine Geschenke als sichtbares Zeichen der Anerkennung.

Diese Ehrung der besten Absolventen der Mittelschulen fand nicht nur in Kulmbach, sondern in allen oberfränkischen Kreisen und Schulsprengeln statt. Dieter Hübner