Vor knapp zwei Monaten musste in Seßlach das Hattersdorfer Tor gesperrt werden, nachdem eine Baufirma versehentlich ein Kabelpaket getroffen und damit die Telefonversorgung in der Altstadt lahmgelegt hatte. Jetzt wird es erneut dichtgemacht. Der Grund: Ab kommendem Montag wird die Verkehrsführung vor dem Tor umgestaltet.

"Hierzu ist es notwendig, das Anwesen Bahnhofstraße 136 abzureißen", teilt die Stadtverwaltung mit. Die Arbeiten würden voraussichtlich am 18. Mai beginnen und bis 10. Juli andauern. Schon für die Abbrucharbeiten muss nicht nur der Kreuzungsbereich zwischen Luitpoldstraße, Juliusweg, Bahnhofstraße und Coburger Straße, sondern eben auch das Tor selbst voll gesperrt werden. Die Umleitung erfolgt von der Bahnhofstraße über die Poststraße und die Obere Bergstraße zur Coburger Straße. Auf der Ausweichstrecke herrscht während der Vollsperrung ein absolutes Parkverbot. Wegen der Beeinträchtigungen bittet die Verwaltung die Anwohner schon jetzt um Verständnis.

Kreuzung wird großzügiger

Wie die dann großzügiger gestaltete Kreuzung in Zukunft aussehen wird und welche Arbeiten bei der vom Staatlichen Bauamt durchgeführten Maßnahme anstehen, darüber werden laut Seßlachs Geschäftsleiter Bernd Vogt in Kürze die zuständige Behörde, das Landratsamt Coburg, und die Stadt genauer informieren. Im Seßlacher Haushalt 2020 sind ein Austausch von Wasserleitungen und Kanälen in dem Bereich ebenso eingeplant wie 100 000 Euro für die Gestaltung der neuen Randbereiche.

Wie Jürgen Alt, Fachbereichsleiter Tiefbau am Landratsamt, vorab auf Nachfrage mitteilte, gibt es seit rund zehn Jahren Bestrebungen, den gefahrenträchtigen Bereich zu entschädigen. Eine Kaufoption für das nun abzureißende Gebäude habe sich aber erst vor kurzem ergeben. Somit könne nun ein Mini-Kreisverkehrsplatz mit befahrbarer Mittelinsel entstehen, für Alt "ein probates Mittel, um sichere Abbiegemöglichkeiten zu schaffen".

Die jetzige Situation bezeichnete der Fachmann als "Katastrophe": "Größere Fahrzeuge können hier nur abbiegen, wenn der Bereich komplett frei ist." Dabei handele es sich beim Bereich vor dem Hattersdorfer Tor "um einen wichtigen Knoten in Seßlach". Vor allem für Fußgänger, für die jetzt ein sicherer durchgängiger Gehweg fehle, werde sich die Lage enorm verbessern. Nach der Umgestaltung könnten dann dringende Anschlussarbeiten an St 2206 und CO 16 erfolgen. Im Übrigen erfolge die Maßnahme in dem für das Altstadt-Ensemble sensiblen Bereich in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege.