Vor 30 Jahren hatte der Gartenbauverein Lanzendorf eine gut 50 Jahre vergessene Tradition wiederaufleben lassen und am Griesplatz einen stattlichen Maibaum aufgestellt. Da der Vorsitzenden Linda Fischer zunächst starke Männer fehlten, war man froh, dass sich die Feuerwehr bereit erklärte, am 4. Mai 1989 den Stamm in die Senkrechte zu bringen.

Fischer erinnert sich noch gut, dass der erste Maibaum aus dem Himmelkroner Forst geholt wurde. "Es war eine Tanne. Die Firma Dümlein schuf die Fundamente, die Firma Tenzler fertigte die Halterungen für die Zunftfiguren. Und die wunderschönen, handgeschnitzten Figuren stammen von Ludwig Schoberth aus Traunreuth." Letzteren hatte die damals 18-Jährige in Bischofsgrün beim Bedienen kennengelernt. Als sie Jahre später zu einer Kur in den Chiemgau kam, entschloss sich Linda Fischer, Schoberth einen Besuch abzustatten. "Als ich seine Schreinerwerkstatt betrat, sah ich viele Holzfiguren, die er für einen Maibaum anfertigte. Ich fragte ihn, ob er auch für uns in Lanzendorf einen Maibaum machen könnte - und das war dann der Anfang."

Heute Aluminium statt Holz

Für das Aufstellen waren neben Hans Spiller, Berthold Horn und Kurt Ganzleben auch 15 starke Männer der Feuerwehr Lanzendorf zuständig. Unter ihnen auch Gerhard Schneider, der heutige Bürgermeister.

Als die etwa 9000 Mark teuren Holzfiguren morsch wurden, ließ der Verein vor zehn Jahren neue Zunftschilder aus Aluminium herstellen.

Linda Fischer vertraut darauf, dass der Maibaum, der in den vergangenen Jahren fünf Mal geklaut und wieder ausgelöst wurde, an diesem Wochenende besonders bewacht wird, denn am morgigen Sonntag um 14 Uhr soll er am Griesplatz wieder aufgestellt werden.

Das Duo "Memories" spielt morgen zur musikalischen Unterhaltung auf, die Landjugend Bad Berneck-Bindlach zeigt Volkstänze, und mit dabei sind auch die Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte "Mäuseparadies". Rei.