Einstimmig hat der Heßdorfer Gemeinderat den Planungsauftrag zur Generalsanierung der Grundschule in Hannberg erteilt. In einer über dreistündigen Sondersitzung stellten die Planer (Architektur, Haustechnik und Elektro) am Donnerstagabend das Planungskonzept vor und erläuterten die bautechnischen Veränderungen sowie die aktuelle Kostensituation.
Wie Architekt Mario Bodem vom Büro Ing + Arch erläuterte, müssen aufgrund weiterer festgestellter Mängel und Schäden die Sanierungsarbeiten gegenüber der ursprünglichen Planung ausgeweitet werden. Trotz einer Kostenmehrung bei verschiedenen Gewerken werden die Sanierungskosten nur 2,4 Prozent über der Kostenschätzung von rund 9,8 Millionen Euro liegen, da nach dem neuen Planungsstand auch Kostenminderungen erzielt werden.
Auf Wunsch des Landratsamtes wird der Hort ein weiteres Klassenzimmer bekommen und die Bibliothek der Grundschule wird ins Untergeschoss verlegt, außerdem wird es bei der Barrierefreiheit noch Änderungen geben. Wie Bodem erklärte, wurde die Planung bereits weitgehend mit der Regierung abgestimmt.


Decken werden angehoben

Bei der Voruntersuchung habe sich auch herausgestellt, dass Teile der Decken nicht nach der Konstruktionsplanung ausgeführt wurden. Deshalb wollen die Decken im Flur erneuert und angehoben werden. Auch die unterschiedlichen Höhen der Klassenzimmer, die in einigen Deckenbereichen ebenfalls Mängel aufweisen, möchte der Architekt anpassen, aber den Charakter der Deckenbalken erhalten.
Im Zuge der Änderungen soll auch erreicht werden, dass die Schule eine durchgehende einheitliche Dachfläche erhält. Die Untersuchungen haben außerdem ergeben, dass die Estriche komplett entfernt werden müssen, Grund ist die mangelnde und unterschiedliche Dicke. "Wäre der Estrich beim Bau ordnungsgemäß verlegt worden, könnte er drin bleiben, aber so können wir ihn nicht lassen, denn dafür können wir keine Garantie übernehmen", erklärte der Planer. Die vorgetragenen Mängel kritisierte Johann Ort (FW), denn nach seiner Meinung hätten sie schon viel früher entdeckt werden müssen. "Wir befinden uns immer noch in der Vorplanung, da gehören die Voruntersuchungen dazu, und wir können zu Beginn nicht jede Decke oder jeden Boden öffnen, sondern nur stichpunktartig prüfen", erklärte Bodem.
Bei der Wärmeversorgung habe sich das Konzept der Vorplanung bestätigt und man bleibe bei Heizung, Lüftung und Sanitär auch unter der Kostenschätzung, erklärte Wilhelm Stockel vom Büro Dess und Falk. So werde die Lüftung in den Klassenräumen mit einer CO2 -Steuerung ausgestattet und die komplette Installation erneuert. Auch bei der Elektroinstallation haben sich die Kosten auf Basis des Vorentwurfs stabilisiert.
Eine längere Diskussion entwickelte sich zur Wärmedämmung der Außenwände, letztlich folgte das Gremium dem Vorschlag des Planers, dass die Isolierung unterhalb der Erdoberfläche erneuert wird, da auch eine Drainage verlegt wird. Die Außenwände erhalten einen Putz, dessen Stärke erst bei der Ausschreibung festgelegt werden soll. Nach der Zustimmung zur Entwurfsplanung soll noch im April der Bauantrag eingereicht werden, denn Anfang 2018 soll mit dem ersten Bauabschnitt begonnen werden.


Der Hort zieht in Container

Während der Bauzeit wird der Hort ausziehen und oberhalb des Kindergartens St. Marien in eine Containeranlage ziehen. Wie Bürgermeister Horst Rehder (BB) erläuterte, sind dazu 21 Container notwendig. Ob die Container für rund 51 000 Euro im Jahr gemietet oder gekauft werden sollen, darüber wurde keine Einigkeit erzielt. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Preise für Miete oder Kauf sowie auch für gebrauchte Container abzufragen.