Dass Aspirin blutverdünnend wirkt und somit einem Gerinnsel vorbeugen kann, ist vielen bekannt. Patienten, die einen Stent eingesetzt bekommen haben, um die Herzgefäße durchgängig zu halten, sind sogar ihr Leben lang auf Acetylsalicylsäure (ASS) angewiesen.

Doch darf oder sollte ich sogar regelmäßig Aspirin zu mir nehmen, um einem möglichen Herzinfarkt vorzubeugen? Oder können dabei Nebenwirkungen auftreten, die den Prophylaxe-Effekt überwiegen?

Diese Thematik behandelt der Vortrag von Prof. Dr. Stephan Achenbach, Direktor der Medizinischen Klinik 2 - Kardiologie und Angiologie des Universitätsklinikums Erlangen, am Montag, 12. Oktober.

Blutgerinnung beeinflusst

Aspirin (= Acetylsalicylsäure, ASS) wirkt nicht nur entzündungshemmend, schmerzstillend und fiebersenkend, sondern beeinflusst auch die Blutgerinnung.

ASS verhindert nämlich das Verklumpen der Blutplättchen - das Blut wird dadurch "dünner" - und ASS kann so das Risiko einer Thrombose, also eines Blutgerinnsels, verringern. Warum daher nicht vorbeugend regelmäßig Aspirin einnehmen, um einen Herzinfarkt abzuwenden?

"Hier sind sowohl günstige als auch ungünstige Effekte zu berücksichtigen - nicht immer ,gewinnt' die günstige Wirkung des Aspirins", erläutert Prof. Achenbach.

"Es ist außerdem wichtig, dass Patienten dem medizinischen Personal Bescheid geben, wenn sie regelmäßig ASS einnehmen. Das gilt nicht nur vor einer Operation, sondern auch bei kleineren Eingriffen, etwa beim Zahnarzt, da vermehrt Blutungen auftreten können.

Risiko abwägen

In ganz seltenen Fällen begünstigt ASS auch, dass zum Beispiel zunehmend Blutungen der Magenschleimhaut auftreten.

Eben dieses Risiko muss gegenüber dem Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall abgewogen werden insbesondere bei der eventuell jahre- oder jahrzehntelangen Einnahme zur ,Vorbeugung'", so der Kardiologe.

Anmeldung nötig

Die erste Vorlesung der beliebten Bürgervortragsreihe findet heuer im neuen Format einer Hybridveranstaltung statt.

Großer Hörsaal

Aufgrund der Corona-Auflagen ist im Wintersemester 2020/21 eine vorherige Anmeldung zur Präsenzveranstaltung in einem großen Hörsaal am Ulmenweg 18 in Erlangen ist aufgrund der Corona-Auflagen unter www.uker.de/bvl unbedingt erforderlich.

Später online verfügbar

Diejenigen, die keine Karte für einen Platz im Hörsaal mehr bekommen, können den Vortrag etwa sieben Tage nach dem Präsenztermin online auf ww uker.de/bvl abrufen. Der Link folgt sobald das erste Video verfügbar ist.

Der Präsenz-Vortrag beginnt wie gewohnt um 18.15 Uhr, der Eintritt ist kostenfrei. red