Kulmbach/Bayreuth — Da viele Jugendliche Tipps für eine sinnvolle Nutzung von Medien eher von gleichaltrigen Mitschülern annehmen, die entsprechende Erfahrung haben, gibt es seit Juni 2014 sechs Medienscouts am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium: Milena Pittroff, Tobias Ramming, Fabian Schorsch, Simon Stahlschmidt, Patrick Zahl und Vanessa Zahl. Sie sind für ihre Mitschüler nicht nur Ansprechpartner, sondern werden in den Jahrgangsstufen 5 bis 8 Unterrichtsstunden zu altersgerechten Themen (Handy/Smartphone, Internet und Soziale Netzwerke, Computerspiele, Cybermobbing) halten.
Um den Medienkonsum besser einschätzen und die Themen sinnvoll auf die Jahrgangsstufen verteilen zu können, haben die Medienscouts eine Umfrage in allen 5., 6. und 7. Klassen durchgeführt. Es hat sich dabei die Befürchtung bestätigt, dass die Nutzer immer jünger werden und der Medienkonsum steigt.
Zum Thema "Computerspiele" hat sich Jochen Koubek (Professur Digitale Medien, Universität Bayreuth) bereit erklärt, die Medienscouts des MGF auszubilden. Im Rahmen der Ausbildung werden die Medienscouts nicht nur zu echten Experten in diesem Gebiet, sondern planen bereits eine Unterrichtsstunde zu diesem Thema. Daher fuhren die sechs Jugendlichen zusammen mit Lehrerin Susanne Ehmann an die Universität Bayreuth.
Da das Thema "Computerspiele" ein sehr weitläufiger Bereich ist, mussten sich die Medienscouts auf ein paar wenige Aspekte beschränken, die sie in ihrer Unterrichtsstunde thematisieren wollen: angebliche Free-To-Play-Spiele, Zeitmanagement und Sucht.

Spiele mit Sogwirkung

Anhand des Spiels CookieClicker konnten die Schüler selbst die Sogwirkung eines so einfachen Spiels erfahren. Die Ziele sind leicht erreichbar, so dass der Spieler schnell Erfolge hat. Bereits nach kurzer Zeit sucht man den Vergleich mit dem Nachbarn und möchte besser sein. Der Spieler wird immer wieder durch die Ausschüttung des Hormons Dopamin belohnt und fühlt sich gut dabei. Für die Impulskontrolle ist der Frontalkortex im Gehirn zuständig, der bei Mädchen mit 21 und bei Jungen mit 24 Jahren voll ausgebildet ist.
Mit der Zeit verlieren normalerweise Spiele ihren Reiz. Hat der Spieler jedoch über einen längeren Zeitraum ein ständiges Verlangen danach und fühlt sich bei keiner anderen Beschäftigung so gut wie beim Spielen, entsteht langsam eine Sucht. In der Medizin spricht man dann von einer Impulskontrollstörung. Dem Spieler fällt es schwer, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Er vernachlässigt andere Interessen, die Schule, schläft zu wenig und ernährt sich ungesund.
Dem wollen die Medienscouts des MGF entgegen wirken und ihren Mitschülern die entsprechenden Kompetenzen vermitteln. Susanne Ehmann