Matthias Einwag Die Bronzestatue schwebt heran, als wäre sie federleicht. Ein Kran hebt die Skulptur des sitzenden Dichters an und lässt sie auf den zweiteiligen Sockel und die Granit-Stele herab. Hans-Karl Schober und Alexander Held, zwei Mitarbeiter des Steinmetzbetriebs Kerner, haben den Sockel und die Stele aus Flossenbürger Granit bearbeitet. Nun passen sie im Betriebshof zusammen mit dem Bildhauer Andreas Krämmer die Plastik behutsam an.

Denkmal für den "Scheffel-Platz"

Die Bohrlöcher für Figur und Bronzetafeln sind vorbereitet. Nun gilt es, die letzten Feinarbeiten zu erledigen, denn in den nächsten Tagen werden Sockel und Stele auf dem bereits vorbereiteten Fundament in der Bahnhofstraße aufgestellt. Die Einweihung des Denkmals am künftigen "Scheffel-Platz" ist für Oktober geplant.

"Der Künstler lieferte uns eine Zeichnung, nach der wir den Sockel und die Stele anfertigten", sagt Ottmar Kerner, der im Steinmetzbetrieb seines Bruders Michael für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Steinmetzmeister Michael Kerner sagt zur die Auswahl des Materials: "Es sollte ein heimischer Granitstein sein, der zum Pflaster in der Bahnhofstraße passt." Sehr gerne haben die Brüder den Auftrag der Stadt Bad Staffelstein angenommen, der Scheffel-Plastik einen Sockel zu fertigen. Der Stadtrat hatte die künstlerischen und handwerklichen Arbeiten im September 2018 vergeben, um die Innenstadt aufzuwerten und dem Dichter des Frankenlieds ein Denkmal zu setzen.

Inoffizielle Frankenhymne

"Wohlauf, die Luft geht frisch und rein, wer lange sitzt, muss rosten." Diese Worte Joseph Victor von Scheffels sind jedem Franken bekannt. 1859 hatte er diese Zeilen bei einem Aufenthalt in Banz verfasst. Darin kommt auch die Zeile vom "heil'gen Veit von Staffelstein" vor, die der Kleinstadt bis heute weithin große Bekanntheit beschert. Das Lied ist die inoffizielle Frankenhymne. Auch wenn er wohl lange auf seiner Stele sitzen muss, der bronzene Scheffel: Rosten wird er sicher nicht. Obwohl der barfuß dasitzende Dichter offenbar die Füße gerade im Lauterbach badet. Bildhauer Andreas Krämmer deutet das schelmisch mit einem heiteren Paar Schuhe an, die er auf den zum Bach hinabführenden Stufen anbringen lässt.