Dollys Start ins Leben war nicht so, wie man ihn sich für einen Hundewelpen vorstellt. Ihre Mutter, eine Schäferhund-Husky-Mischlingshündin, lebte herrenlos auf der Straße und so erblickte Dolly irgendwo bei Granada (Spanien) das Licht der Welt. Gemeinsam mit ihren fünf weiteren Geschwistern kämpfte sie ums nackte Überleben, als sie glücklicherweise von Mitarbeitern der Gemeinde gefunden und in das dortige Partner-Tierheim des Kronacher Tierheims Sierra Nevada gebracht wurde. Inzwischen gibt es für die Mama und vier der Geschwister bereits ein Happy-End, denn sie durften schon vor einiger Zeit in eine eigene Familien umziehen. Nur Dolly und ihre Schwester Elma blieben traurig zurück.

Verschmust und anhänglich

Menschen gegenüber verhält sich Dolly freundlich, gutmütig und liebenswert. Auch unangenehme Dinge (wie zum Beispiel beim Tierarzt) lässt sie brav über sich ergehen. Bei Fremden ist sie anfangs etwas schüchtern, aber dennoch neugierig und aufgeschlossen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase fasst sie schnell Vertrauen und schenkt ihren zweibeinigen Freunden dann ihre ganze Anhänglichkeit. Sie schmust gern, freut sich, wenn sie dabei sein darf, und man spürt deutlich, dass sie sich nach Familienanschluss und Geborgenheit sehnt. Sie braucht einen festen Platz im Leben, an dem sie sich sicher, aufgehoben und geliebt fühlen kann.

Mit Kindern hatte Dolly bisher noch wenig Kontakt, aber zumindest bei etwas größeren Kindern, die liebevoll mit ihr umgehen können, sollte es keine Probleme geben. Übrigens versteht sich Dolly auch gut mit Katzen.

An ihrer Verträglichkeit mit anderen Hunden muss dagegen noch etwas gearbeitet werden. Dolly wurde in ihrer Hundegruppe in Spanien von einer dominanten Hündin gemobbt. Daher zeigt sie nun einerseits große Angst vor anderen Hunden, auf der anderen Seite aber hat sie gelernt, dass sie in Ruhe gelassen wird, wenn sie sich selbst möglichst wehrhaft darstellt. Daher verbellt sie nun andere Hunde, auf die sie beim Spazierengehen trifft, aus reinem Selbstschutz. Dolly braucht daher erfahrene Hundeeltern, die sie verstehen und bereit sind, mit ihr zu üben. Sollte bereits ein Ersthund in ihrer neuen Familie leben, sollte es ein souveräner und gelassener Rüde sein, der sie einerseits nicht unterbuttert, sich aber andererseits auch nicht von ihr dominieren lässt.

Dolly muss natürlich auch sonst noch sehr viel lernen. Dazu gehören ganz grundlegende Dinge wie Stubenreinheit, Alleinbleiben, keinen Mülleimer ausleeren oder ungewohnte Geräusche wie Staubsauger, Fernseher & Co ignorieren ganz genauso wie die üblichen Hundekommandos. Darüber hinaus ist sie eine sehr aktive junge Hündin und braucht viel Bewegung und Auslastung.

Wer sich für die lebenslustige Hündin entscheidet, muss bedenken, dass etwas Arbeit auf ihn zukommen wird. Wer ihr die Chance auf ein erfülltes Hundeleben geben will, meldet sich beim Tierschutzverein Kronach (Tel.: 09261/20111, E-Mail: tsvkc@gmx.de, tierheim-kronach.de.) red