Ein spektakuläres Schadensbild bot sich den Einsatzkräften am Donnerstagabend auf der Maintalautobahn (A 70). Dort hatte ein Lastwagen (40-Tonner) einen Kleintransporter gerammt. Die beiden Fahrer wurden erheblich verletzt. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 200 000 Euro.

Auf der Richtungsfahrbahn Schweinfurt, drei Kilometer vor der Ausfahrt Haßfurt, stand gegen 19.15 Uhr ein Kleintransporter, den ein Ukrainer gesteuert hatte, auf dem Standstreifen mit einer Panne, als er aus noch ungeklärter Ursache von dem Lastwagen gerammt wurde. Der Sattelzug, dessen Fahrer aus Weißrussland stammt, schob den Peugeot-Transporter rund 90 Meter vor sich her, wobei sich dessen Ladung, die aus Fenstern bestand, auf der Fahrbahn verteilte. Beide Fahrzeuge fuhren ein Hinweisschild nieder und durchbrachen die Leitplanke, ehe sie fünf Meter tief die Böschung hinabstürzten und an einem Waldweg liegen blieben. Bei dem Geschehen wurde die komplette Hinterachse des Kleintransporters abgerissen.

Beide Fahrer, etwa 30 Jahre alt, konnten sich eigenständig aus ihren total zerstörten Fahrzeugen befreien und saßen beim Eintreffen der Rettungskräfte am Fahrbahnrand. Mit mittelschweren Verletzungen wurden die beiden Männer nach Erstversorgung durch die Ersthelfer der Feuerwehr Sand, den Rettungsdienst und den Notarzt mit Rettungswagen in Krankenhäuser nach Schweinfurt und Bamberg transportiert. "Wenn man dieses Zerstörungsbild sieht, sind sich alle Einsatzkräfte einig, dass es an ein Wunder grenzt, dass nicht mehr passiert ist", sagte der Rot-Kreuz-Pressesprecher Michael Will.

Mit insgesamt rund 50 Mann waren die Feuerwehren aus Knetzgau und Sand angerückt, die die Verkehrsabsicherung übernahmen, den Brandschutz sicherstellten und auslaufende Betriebsflüssigkeiten auffingen. Das Technische Hilfswerk (kurz THW) Haßfurt wurde ebenfalls alarmiert und leuchtete die Unfallstelle mit zehn Einsatzkräften aus. Auch Kreisbrandin-spektor Peter Pfaff machte sich vor Ort ein Bild der Lage.

Einen besonderen Dank sprach Knetzgaus Kommandant und Einsatzleiter Thomas Finger dem Wirt des griechisches Restaurants "Zum Alten Bach" in Zell am Ebersberg aus, der sich mitten in der Nacht bereiterklärte, die Verpflegung der Einsatzkräfte sicherzustellen.

Anfangs wurde der Verkehr einspurig am Unfallort vorbeigeleitet, ehe durch die Autobahnmeisterei Knetzgau die Autobahn in Richtung Schweinfurt komplett gesperrt werden musste. Mit einem Schwerlastkran und weiteren Fahrzeugen übernahm eine Bergungsfirma die Aufräumarbeiten, die sich als langwierig erwiesen und bis in die Vormittagsstunden am Freitag andauerten. Während der Kleintransporter verhältnismäßig schnell auf ein Abschleppfahrzeug verladen war, dauerte die Bergung des Sattelzuges mehrere Stunden. Zuvor musste die Lkw-Ladung, die aus Getränkekisten bestand, durch die Feuerwehr Knetzgau und das THW gemeinsam mit den Mitarbeitern des Bergungsunternehmens mühsam von Hand entladen werden.

"Glücklicherweise geschah der Unfall außerhalb eines Wasserschutzgebietes", sagte Peter Rosenberger vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen. Auch wenn die Feuerwehr noch größeren Umweltschaden verhinderte, gelangten doch Diesel und Öl in das Erdreich. Der Flussmeister markierte die betroffenen Stellen, denn ein Austausch des Bodens war erst nach Räumung der Grasfläche möglich.