Einer der jungen Künstler ist Tim Engl. Der ist schon zum zweiten Mal beim Krippenbaukurs dabei. Im vergangenen Jahr hatte er eine heimatliche Krippe gestaltet und möchte in diesem Jahr eine orientalische Krippe mit nach Hause nehmen.


Als Erstes entsteht der Plan

Die Idee für seine Krippe hat sich gemeinsam mit den Krippenbaumeistern erarbeitet. Bereits zu seiner Erstkommunion hatte er sich Figuren für seine Krippe im "Zehner-Maßstab" von den Familienmitgliedern gewünscht, die die fertiggestellte Krippe dann auch mit Leben erfüllen.
In ihre Werkstatt in Haundorf hatten am letzten Wochenende im Oktober die Krippenfreunde Herzogenaurach zum Tag der offenen Tür beim Krippenbaukurs für Kinder eingeladen. Neben Tim nehmen fünf weitere Kinder an dem Kurs teil und werden von vier Krippenbauern unterstützt.
Vor allem Eltern und Großeltern kamen vorbei und blickten den jungen Krippenbauern gerne über die Schulter. Bereits seit vier Wochenenden arbeiten diese an ihren Schmuckstücken. Der Fortschritt ist auf jeden Fall zu sehen.
Dieses Mal war es eine reine Jungenmannschaft, die mit Eifer bei der Sache war. Noch etwas Besonderes gab es in diesem Jahr: Alle hatten sich, so wie Tim, für eine Krippe im orientalischen Stil entschieden.
An diesem Samstag war Spachteln und Beizen angesagt. Eine Krippe wurde schon teilweise gestrichen. Andere modellierten noch die Landschaft. Bei den kommenden Werkstattterminen werden die Krippen dann farblich gestaltet. In einer Vorbesprechung war festgelegt worden, welche Figuren in der Krippe eingestellt werden sollen. Daraus ergab sich dann die Stilrichtung, ob sie orientalisch oder heimatlich gestaltet wird. Aber auch die Größe der Krippe ist mit der Figurengröße verknüpft, denn es sieht nicht gut aus, wenn eine Figur nicht mit einer Türöffnung zusammenpasst. Zunächst wurde daher ein Grundgerüst aus Holz erstellt.
Die Kinder sind alle zwischen sechs und zehn Jahren alt. Sie sind mit Feuereifer bei der Sache. Drei Stunden können sie den Werkstattdienst an jedem Samstag gut absolvieren.


Baugeheimnisse verraten

Beim Tag der offenen Tür sahen die Besucher vor allem, wie Krippenmörtel aufgetragen wurde. Dabei gab es Spannendes zu lernen, was den Unterschied bei den verschiedenen Massen angeht. Für orientalische Krippen besteht er aus Leimwasser, Schlämmkreide und Schleifmehl, für heimatliche Krippen wird dagegen eine Mischung aus Leimwasser, Schlämmkreide und Sägespänen verwendet.
Nachdem die Grundplatte und die Rückwand, die Säulen mit Kapitellen bereits an Ort und Stelle sind, trägt Tim mit der Unterstützung von Hans Schmitt Krippenbaumörtel auf. "Die Kinder sind mit Begeisterung dabei", würdigen Werner Heilmann und Hans Schmitt das Engagement ihrer jungen Truppe.
"Wenn die Krippen fertig sind, kommen sie zuerst in die Ausstellung in der Krypta der Marienkapelle, und dann wird sie daheim aufgestellt", meint Schmitt.
Vieles geht natürlich nur mit Hilfe der erfahrenen Krippenbauer, von denen man sich manchen Kniff abschauen kann. Zur Unterstützung der jungen Krippenbauer wirken die Krippenbaumeisterin Karin Andree sowie die Krippenbaumeister Werner Heilmann, Joachim Grumann und Hans Schmitt im Hintergrund und unterstützen bei den kleineren Problemen.