Der Volkschor Kronach stellte mit Sabine Hempfling seine neue musikalische Leiterin vor. Sie trat im vergangenen Jahr die Nachfolge vom Dirigenten Andreas Thiel an. Für die frei berufliche Chorleiterin ist es der vierte Chor, den sie dirigiert. Daneben gibt sie in Hummendorf noch Klavierunterricht. "Jeder Chor hat so seine eigene Art und Weise und setzt auch unterschiedliche Schwerpunkte. Mir ist die Vielfalt wichtig, deshalb konnte ich auch nicht Nein sagen, als die Anfrage der Vorsitzenden kam. Mein Ziel ist es, den einzigen Chor im Zentrum der Kreisstadt so lange wie möglich aufrecht zu erhalten", so Hempfling.
Dass die Mitglieder schon recht alt sind, ist dabei nicht so ausschlaggebend. Vielmehr ist es die Bereitschaft, mitzugehen und sich auch im hohen Alter, für Neues offen zu zeigen. Wie sie sagte, müsse man mit der Situation - es sind nur zwei Sänger unter 60 Jahren und fünf Männerstimmen im Chor - zurechtkommen.
"Selbst unter besten Voraussetzungen sind fünf Männerstimmen bei 17 Frauenstimmen einfach zu wenig", meinte die Dirigentin. Diese Nachwuchsprobleme haben aber mittlerweile fast alle Gesangvereine in der Umgebung. Die Chorleiterin findet es schade, dass nur so wenige Leute bereit sind zu singen. Dabei sei dies gesund, schaffe Wohlbefinden und zeige eine positive Wirkung.
"Neue Sänger braucht das Land, neue Sänger braucht der Volkschor, wäre ein guter Slogan, um neue Sänger zu begeistern", meinte sie scherzhaft. Sie werde in ihrer Art den Anstoß für neue Volkslieder, Schlager oder Gospel geben. Das "Fundament" von sauber einstudierten Tönen sei vorhanden, jetzt gelte es noch, an der Aussprache zu feilen. Um den "musikalischen Horizont" erweitern zu können, seien die wöchentlichen Proben unabdingbar. Gut findet Sabine Hempfling beim Volkschor auch das Zusammengehörigkeitsgefühl, wo man nach den Proben auch noch gesellig zusammensitzt. Mit dem eigenen Probenraum im Gebäude in der Kulmbacher Straße seien auch die Voraussetzungen sehr gut, so die musikalische Leiterin.
Vorsitzende Christine Kirmes bezeichnete in ihrem Tätigkeitsbericht die neue Leiterin als "Glücksgriff" für den Volkschor. Bereits seit der "Schnupper-Singstunde" mit der neuen Leiterin habe man sich gut verstanden und komme gut zurecht. Beim ersten Auftritt anlässlich des Lindenfestes im Thüringischen Effelder habe man die Qualität unter Beweis stellen können. In der Vorweihnachtszeit habe man den Kronacher Weihnachtsmarkt mit Liedern und besinnlichen Geschichten bereichert. Höhepunkt im Vereinsjahr sei wieder das Weihnachtskonzert am zweiten Feiertag in der Klosterkirche gewesen. Dies sei von der musikalischen Leistung kaum mehr zu überbieten, zumal man das beste und abwechslungsreichste Konzert der letzten Jahre bot. In diesem Jahr will man neben dem traditionellen Weihnachtskonzert auch das Freundschaftssingen im Sommer in Reichenbach besuchen.
Im Namen der Stadt dankte Stadtrat Heinz Hausmann für die nicht selbstverständlichen öffentlichen Auftritte. Der Volkschor verstehe sich als Freundeskreis und sei ein wichtiger Kulturträger inmitten der Kreisstadt, so Hausmann. mw