Der TV Marienroth konnte am Wochenende gleich drei Jubiläen feiern. Der Verein wurde 1906, also vor 110 Jahren gegründet, die Tischtennisabteilung feierte 50-jähriges Bestehen und die Halle, die für Sport und Unterhaltungsveranstaltungen genutzt wird, wurde vor 40 Jahren eingeweiht. Der TV Marienroth ist auch aktiver Mitgestalter des dörflichen Gesellschaftslebens.
In dem knapp 200 Einwohner zählenden Gemeindeteil von Pressig sind 170 Mitglieder im TV Marienroth, berichtete Vorsitzender Jürgen Barnickel. In den Anfangsjahren stand der Turnsport im Mittelpunkt und es wurden in dem kleinen Dorf auch größere Turnfeste ausgerichtet. Schon im Jahr 1919 konnte der Verein seine eigene Vereinsfahne anschaffen.
Während es in den Kriegsjahren ruhig um den TV war, konnte dieser nach der Wiedergründung im Jahr 1951 zu neuem Leben erwachen. Es wurden Kinder-, Jugend-, Damen- und Herrenriegen formiert und Kreis- wie auch Gauturnfeste besucht. Zur damaligen Zeit waren absolute Höhepunkte die Teilnahme am bayerischen Landesturnfest in Bamberg und zwei Jahre später, 1958, die Teilnahme am deutschen Turnfest in München.


Sieben Mannschaften sind aktiv

In den 1960er Jahren rückte dann der Tischtennissport immer mehr in den Vordergrund. Im Jahr 1966 nahm dann erstmals eine Herrenmannschaft am Punktspielbetrieb teil. In der Saison 1972/73 konnte man als Meister der 2. Kreisliga einen ersten Aufstieg in die 1. Kreisliga feiern. Vier Jahre später boomte der Sport mit dem kleinen Zelluloidball an der grünen Platte derart, dass man sogar eine 2. Herrenmannschaft in den Spielbetrieb schicken konnte. Die beiden Herrenmannschaften bestehen auch noch aktuell mit 14 Herren, die eine Spielberechtigung haben. Mittlerweile sind sogar die Damen in der Überzahl. 17 Damen gehen in drei Damenmannschaften auf Punktejagd.
Inzwischen kann der TV Marienroth mit seiner TT-Abteilung auf sieben Mannschaften stolz sein, die rege am TT- Spielbetrieb teilnehmen. Aber auch mit einer aktiven Aerobic-Gruppe und mit Hüpfabenden zeigt man beim TV Marienroth die Sportbegeisterung.
Bürgermeister Hans Pietz stellte heraus, dass man neben der TT-Abteilung als Herzstück des Vereins auch nicht die vielfältigen gesellschaftlichen Aktivitäten und die dadurch große Bereicherung des Dorflebens durch den TV Marienroth außer Acht lassen dürfe. Dafür dankte der Bürgermeister den engagierten Mitgliedern.
Die Bedeutung und Wichtigkeit von Vereinen gerade in ländlichen Strukturen hob BLSV- Kreisvorsitzender Karl H. Fick hervor. "Sie prägen die Gesellschaft und stellen ein Stück Lebensqualität dar und sie verbinden, integrieren und schaffen Gemeinschaftsgefühl!" Auch beim TV Marienroth seien der Wandel der Gesellschaft und die Veränderungen im Sportbereich spürbar. War man in der Gründerzeit auf Turnen ausgerichtet, so änderte sich dies zum TT- Sport und zu Gymnastik und Tanzsport hin, wohl auch deswegen, weil Turnen heute der Anschaffung von Turngeräten, einer Turnhalle und professioneller und lizenzierter Übungsleiter bedarf. Fick dankte und gratulierte dem TV und den Jubilaren im Namen der Dachverbände, des DOSB, des BLSV und des BLSV- Kreisverbandes Kronach.
Erfreut zeigte sich der Vorsitzende im TT-Kreisverband Kronach, Edgar Kraus, über die großartige Entwicklung der TT- Abteilung im TV. 42 aktive Tischtennisspielerinnen und Spieler zeigten großartige Leistungen und es ist besonders erfreulich, dass auch der Damensport einen besonderen Wert im TV Marienroth besitzt.
Rudolf Hofmann sprach im Namen aller örtlichen Vereine Glückwünsche an den Verein und an die Jubilare aus.
Zu Ehrenmitgliedern wurden anschließend ernannt: Roland Grom (Wiedergründungsmitglied und jahrelang Kassier, Zweiter Vorsitzender, Kassenprüfer und aktiver TT-Spieler) und Jürgen Grünbeck (Wiedergründungsmitglied, Jungen- und Jugendtrainer und Betreuer, Abteilungsleiter und aktiver TT-Spieler).
Für ihre großartigen Leistungen als Aktive wurden geehrt: Georg Bienlein, Roland Jakob, Helmut Stadelmann und Jürgen Barnickel.
65 Jahre beim TV Marienroth sind: Sieglinde Gehring, Roland Grom, Jürgen Grünbeck, Otto Neder, Albert Neubauer, Johanna Scherbel, Bertold Völk. 60 Jahre: Hans Kestel, Siegfried Münch, Barbara Stumpf, Peter Barnickel. 50 Jahre: Georg Fiedler, Maria Neder, Georg Eidelloth, Heinrich Stadelmann, Thomas Beetz, Carmen Bienlein, Helmut Stadelmann, Karin Engelhardt, Clemens Grau, Siegfried Stumpf. 40 Jahre: Gerda Völk, Marga Beetz, Rudolf Beetz, Anni Hempfling, Margarete Hempfling, Renate Kestel, Marga Müller, Renate Münch Hilde Rebhan, Gerfried Sacher, Renate Sacher, Helmut Stingl, Margit Wolf, Reiner Wolf, Brigitte Wich. 25 Jahre: Roland Jakob, Christian Engelhardt, Jochen Fiedler, Mario Löffler, Eric Bienlein, Jan- Philip Rebhan. eh