"Ich geht mit meiner Laterne" und "Laterne, Laterne" - leider durchdrangen diese und andere bekannte Martinslieder heuer nicht - wie sonst an St. Martin üblich - die Straßen im Landkreis und es blieb an vielen Orten still.

Nicht so bei den Jungen und Mädchen der BRK-Kita "Rotkreuzbienchen" unter Leitung von Silke Weniger in Kronach. Dort konnte man den heiligen Bischof von Tours, der - der Legende nach - an einem bitterkalten Wintertag seinen Mantel mit dem Schwert teilte und eine Hälfte einem armen Mann gab, zwar ebenfalls nicht mit einem großen Umzug ehren. Aber aufrechterhalten wurde das Brauchtum trotzdem - in einer anderen Form, aber dafür mit dem wohl schönsten Geschenk, das man seinen Mitmenschen bereiten kann: Licht in der Dunkelheit!

Im Vorfeld hatten die Kinder voller Begeisterung aus Milchtüten Laternen gebastelt, die wie kleine Häuser aussahen. Zudem beklebten die "Rotkreuzbienchen" heuer Gläser mit Transparentpapier - als Geschenk für die an die Kita angrenzenden Nachbarn in der Friesener Straße. Mit der kleinen Aufmerksamkeit wollte man diesen den Sinn der St.-Martins-Geschichte weitergeben: etwas Eigenes als Zeichen der Nächstenliebe zu teilen, gerade in der jetzigen so schwierigen Zeit.

In einem kleinen Zug liefen die insgesamt 19 Kinder, die voller Stolz ihre selbstgebastelten bunten Laternen trugen, mit ihren Erzieherinnen los. Nach dem Motto "Gemeinsam gegen die Einsamkeit" zogen sie dabei unter anderem zur gegenüberliegenden Seniorenresidenz, zum BRK-Seniorenhaus, zur Firma Pluschke, zur Helios-Frankenwaldklinik, zur Praxis Dr. Stauch sowie zum BRK-Kreisverband und den Sanitätern. Vor dem jeweiligen Gebäude stimmten die "Rotkreuzbienchen" ein Martinslied an und stellten eines der hübsch verzierten Gläser ab.

Die Freude der Nachbarn war groß. Oftmals mit Tränen der Rührung in den Augen bedankten sie sich in herzlichen Worten für das kleine Geschenk und die gelungene Überraschung.