Bayerisches Rotes Kreuz Es ist das erste Mehrzweckfahrzeug "Information und Kommunikation" (MZF IuK) mit einer derartigen Ausstattung beim Roten Kreuz in Bayern, und einzigartig ist auch die Arbeitsleistung, die überwiegend fünf Mitglieder der Rot-Kreuz-Bereitschaft Eltmann in den Ausbau des Ford Transit gesteckt haben. Am Sonntagabend wurde das Fahrzeug offiziell in Dienst gestellt.

1150 Stunden haben Stefan Funck, Christian Krämer, Thomas Behr, Michael Schwab und Michael Lindner dafür investiert. Dass sie auf ihr neues Einsatzfahrzeug mit dem Funkrufnamen "Rotkreuz Bayern 16/1" stolz sind, ist ihnen anzumerken, steckt doch jede Menge Arbeit und viel Liebe zum Detail darin.

Der Ford Transit mit Allrad und Hochdach ersetzt den 25 Jahre alten Ford Explorer der Bereitschaft, der zusammen mit dem Einsatzleitwagen das Fahrzeug-Duo der Schnelleinsatzgruppe (SEG) IuK bildet. Sie wird unter anderem zur Unterstützung des Einsatzleiters Rettungsdienst alarmiert, vor allem bei länger andauernden Einsätzen oder solchen mit einem erhöhten Organisations- und Kommunikationsaufwand.

Ergänzung

Ebenso ist sie im Rahmen von sogenannten Sanitätseinsatzlagen (SanEL), bei der ein Leitender Notarzt und Organisatorischer Leiter alarmiert werden, als Unterstützungsgruppe (UG) SanEL im Einsatz.

Das neue Mehrzweckfahrzeug soll als Ergänzung zum Einsatzleitwagen (ELW) dienen, wie Kreisbereitschaftsleiter Stefan Funck deutlich machte. Es verfügt beispielsweise über einen Besprechungsraum sowie Funk-/PC-Arbeitsplätze, und es kann auf einer Innenwand auf etwa zwei Quadratmetern eine Lagedarstellung vorgenommen werden. Nicht zuletzt dient es dem Materialtransport, und auf ihm befindet sich auch eine Drohne für Übersichtsaufnahmen von Einsatzgebieten. "Das MZF IuK ist als sinnvolle Ergänzung zum Einsatzleitwagen der Schnelleinsatzgruppe zu sehen", machte Funck deutlich.

Universell einsetzbar sollte das Fahrzeug nach Funcks Worten sein. Das war die Grundidee, als die Anschaffung vor vier Jahren im Rahmen eines Ersatzbeschaffungskonzepts für die ehrenamtlichen Bereitschaften des Roten Kreuzes zusammen mit dem Kreisgeschäftsführer Dieter Greger besprochen wurde. Drei Fahrzeuge standen dabei im Fokus: Ein Einsatzfahrzeug für die Rettungshundestaffel (es wurde bereits im Februar 2019 in Dienst gestellt), das jetzt verfügbare der Schnelleinsatzgruppe IuK, das bei der BRK-Bereitschaft Eltmann stationiert ist, und ein Mehrzweckfahrzeug, das 2021 für die Schnelleinsatzgruppe "Technik und Sicherheit" für die BRK-Bereitschaft Memmelsdorf (Untermerzbach) neu beschafft wird.

Der Vorteil des neuen Fahrzeuges ist, dass es auch unabhängig vom Einsatzleitwagen eingesetzt werden kann. Das kann zum Beispiel gerade im Sommer notwendig sein, wenn im Rahmen von Sanitätsabsicherungen bei Festen der Einsatzleitwagen gebunden ist, zeitgleich aber beispielsweise bei größeren Verkehrsunfällen, Bränden oder Vermisstensuchen die Unterstützung der Einsatzgruppe Information und Kommunikation für den Einsatzleiter vor Ort notwendig wird. Nicht zuletzt kann das Mehrzweckfahrzeug auch dazu verwendet werden, um bei Großschadenslagen einen sogenannten Bereitstellungsraum für eine Vielzahl von Rettungsfahrzeugen zu führen.

Der Ford Transit wurde nach Auslieferung durch das Werk bei einem Aufbau-Hersteller für die Zwecke der Einsatzgruppe IuK vorbereitet und teilweise umgebaut. Dafür waren zahlreiche Änderungen notwendig. Die anschießende Ausstattung mit Technik und Material hat die Bereitschaft Eltmann in Eigenregie übernommen. Mit den ersten Arbeiten hatten die Bereitschaftsmitglieder im September 2019 begonnen. Wegen Corona verzögerten sich diese, so dass bis zur Fertigstellung im September 2020 eine reine Bauzeit von etwa neun Monaten notwendig war.

Lob des Chefs

"Das ist phänomenal", lobte der Kreisgeschäftsführer Dieter Greger bei der Vorstellung des Einsatzfahrzeuges die Mitglieder der Bereitschaft. "Immer wenn ihr ans Werk geht, kommt etwas Besonderes dabei heraus." Mit ihrem hohen technischen und Spezialwissen leisteten die Fachleute immer wieder einen enormen Beitrag dazu, die Anschaffungskosten für derartige Fahrzeuge deutlich zu senken.

Das Mehrzweckfahrzeug in seiner endgültigen Ausbaustufe würde werkseitig rund 135 000 Euro kosten, sagte Greger. Durch die Eigenleistung der fleißigen ehrenamtlichen Bereitschaftsmitglieder mit 1150 Stunden konnten die Aufwendungen deutlich gesenkt werden. Insgesamt musste der BRK-Kreisverband für das Auto rund 65 000 Euro investieren. Unterstützung gab es von Unternehmen und aus der Bevölkerung: Durch Spenden-Akquise im Rahmen eines Weihnachtsmailings des Kreisverbandes kamen dafür 18 500 Euro zusammen. "Dafür sagen wir allen Spendern und Unterstützern unseren ausdrücklichen Dank", sagte Greger. "Diese Unterstützung zeigt, dass wir als BRK im Landkreis anerkannt sind und einen sehr guten Ruf haben."

Großes Engagement

Der Kreisgeschäftsführer sprach von hohem Engagement der ehrenamtlichen Helfer aus der Bereitschaft Eltmann, lobte deren Zielstrebigkeit und Fachwissen. Das alles komme der Bevölkerung bei Einsätzen zugute. Das Rote Kreuz sei von seinem Verständnis her auf die Mitarbeit von Ehrenamtlichen ausgelegt, sei damit quasi mitten in der Gesellschaft beheimatet. Für diese Unterstützung gelte es immer wieder Danke zu sagen.