Michael Memmel

Unter drei Königen machen es die CSU-Kreisverbände Bamberg-Stadt und Bamberg-Land nicht, wenn sie zum traditionellen Neujahrsempfang ins Foyer der städtischen Konzert- und Kongresshalle einladen. Bei den Christsozialen heißen Sie nicht Caspar, Melchior und Balthasar sondern Christian, Stefan und Thomas. Der Erste, Bambergs CSU-Chef und Bürgermeister Christian Lange, beschenkte die 250 geladenen Gäste mit dem goldenen Wort vom "katholischen Und". Denn: Nur gemeinsam lasse sich etwas erreichen. In seiner Festrede wurde MdB Stefan Müller aus Erlangen ganz mürrisch, als er sich ausmalte, was eine Rot-Rot-Grüne Bundesregierung für die Innere Sicherheit des Landes bedeuten könnte. Und der dritte König im Bunde, MdB und Kreisvorsitzender Thomas Silberhorn beweihräucherte Kanzlerin Merkel dafür, die Fluchtursachen zu bekämpfen und mehr Menschen in der Heimat eine bessere Perspektive zu geben.
Damit nicht genug: Auch echte Sternsinger aus der Pfarrei St. Martin durften nicht fehlen. In Anspielung auf jüngste Spekulationen, ob das Bistum einen Mohr unter den Sternsingern verboten habe, kündigte Bürgermeister Lange die drei Könige schmunzelnd an: "Wir haben auch aufgepasst, dass ein Schwarzer dabei ist, wenn die Sternsinger zu den "Schwarzen" kommen." Tatsächlich waren von den vier Kindern sogar zwei geschminkt - ein König und der Sternträger.
Täuschte das Licht oder war es Zufall, dass ihr braunes Make-up rötlich schimmerte? Vielleicht erklärt sich die Farbe aber auch beim Blick auf zwei mutige Rothäute, die sich unter die "Schwarzen" gewagt hatten: OB Andreas Starke und SPD-Fraktionschef Klaus Stieringer. Es ist wohl einfach die Farbe, die nach mehreren Jahren Großer Koalition in Bamberg herauskommt - nicht Schwarz, nicht Braun, eher Rost.