Die Maßnahmen, die helfen sollen, die Ausbreitung des Covid 19 Erregers zu verlangsamen, bremsen erneut und verstärkt das öffentliche Leben aus. Auch gewohnte Veranstaltungen der Stadt, fallen dem zum Opfer. So wird es in diesem Jahr keine Bürgerversammlungen in den Stadtteilen oder der Kernstadt mehr geben. Das teilte Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) am Montag mit.

"Es ist uns in der Verwaltung und mit persönlich wichtig, wenigstens einmal im Jahr vor Ort mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen", sagte Frank Rebhan. Doch unter den augenblicklichen Gegebenheiten sei es schlicht unmöglich.

"Das Durchschnittsalter bei den Versammlungen ist in der Regel hoch und es ist schwierig, für den gebotenen Abstand zu sorgen", begründete der Oberbürgermeister seine Entscheidung. Üblicherweise finden jedes Jahr elf Bürgerversammlungen statt. Anfang des Jahres begann die Reihe mit sieben Veranstaltungen. Der Rest war für den Herbst gedacht. Doch diese Treffen wird es nun nicht geben. Die Corona-Ampel steht für den Landkreis auf rot. Daher gelten starke Beschränkungen.

Vorgeschrieben ist eine Bürgerversammlung im Jahr. "Wie wir das dann im kommenden Jahr handhaben, müssen wir dann entscheiden, wenn wir die Voraussetzungen dafür kennen", erklärt Frank Rebhan. Je nach Entwicklung der Pandemie könne es ein oder zwei größere zentrale Bürgerversammlungen geben - oder eben zum gewohnten Modus zurückgekehrt werden.

Direkter Weg bleibt

In der Zwischenzeit können sich Bürger mit ihren Anliegen, die sie sonst in der Versammlung vorgetragen hätten, direkt an die Verwaltung wenden - oder an ihren jeweiligen Ortsbetreuer.

Dieser wird sich dann mit der entsprechenden Stelle bei der Verwaltung in Verbindung setzen. Dadurch entsteht für die betroffenen Referate mehr Arbeit. "Vieles konnte in den Bürgerversammlungen sofort beantwortet oder geregelt werden", erklärt Frank Rebhan. Das war in den meisten Fällen auch für die Bürger der einfachere Weg, ist er überzeugt.

Gedenkfeier eingeschränkt

Auch das Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt am Volkstrauertag wird in diesem Jahr anders verlaufen müssen als gewohnt. Auch wenn vom Landratsamt eine Ausnahmegenehmigung vorliegt, unter gewissen Voraussetzungen an diesem Sonntag, dem 15. November, Gottesdienste stattfinden zu lassen, wird es den sonst üblichen ökumenischen Gottesdienst in Neustadt heuer nicht geben. "Die Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung am Mahnmal, wie früher auf dem Marktplatz, kann heuer nicht stattfinden" so Frank Rebhan. Grund ist hier zum einen ebenfalls die Pandemie und die zu ihrer Bekämpfung veranlassten Beschränkungen.

Zum anderen steht der laufende Umbau des Marktplatzes dem entgegen. Das Mahnmal "ums nackte Leben" wurde zwar näher zur Stadtkirche Sankt Georg hin versetzt, doch auch dort hat der Baustellenbetrieb das Umfeld belagert.

Ganz soll aber nicht auf ein Gedenken verzichtet werden. "Ich werde um 11 Uhr zusammen mit der Dritten Bürgermeisterin Elke Protzmann auf dem Friedhof einen Kranz niederlegen", kündigte Frank Rebhan an.

Wer zu dieser Kranzniederlegung am Ehrenmal auf dem Friedhof kommen will, kann das unter den gebotenen Regeln tun. Explizit werben wird die Stadt dafür aber nicht. Es sollen nicht zu viele Menschen zusammenkommen. Daher wird auch auf Begleitung durch Chor oder Kapelle verzichtet.

Abschied erneut verschoben

Für Ende Oktober war die Verabschiedung der ausscheidenden Stadtratsmitglieder geplant. Sie war bereits auf diesen Zeitraum verschoben worden. Nun muss sie ein weiteres Mal verschoben werden. "Ich möchte ja, dass wir das in einem würdigen Rahmen begehen können, mit Partnern und Teilnehmern aus der Verwaltung. Das ist zurzeit eben nicht möglich", begründet Frank Rebhan diese Entscheidung.

Einen neuen Termin gibt es auch dafür nicht. Es gilt ebenfalls, abzuwarten, bis klar ist, dass die Bestimmungen eine entsprechende Veranstaltung zulassen. Viel Hoffnung, dass dies in diesem Jahr noch möglich sein wird, macht auch der Oberbürgermeister nicht. Für die kommenden Monate wird kaum erwartet, dass sich das Infektionsgeschehen beruhigt.

Bis auf weiteres gelten strenge Beschränkungen der Stufe rot. So dürfen sich etwa nur fünf Personen oder Mitglieder zweier Haushalte im privaten Umfeld treffen. Öffentliche Veranstaltungen sind ohne Genehmigung nicht im größeren Rahmen möglich.

Um möglichst bald wieder zumindest Lockerungen erreichen zu können appelliert Frank Rebhan an die Neustadter Bürger, sich möglichst gut an die Beschränkungen zu halten. Nur so könne ein Wert erreicht werden, der die Corona-Ampel für den Landkreis sich wieder auf grün schalten lässt.