Den Haupt- und Finanzausschuss informierte Christian Bendler, Sachgebietsleiter vom Bauamt für Stadtentwässerung, über das Ergebnis der im Jahr 2019 erfolgten Kanal-TV-Untersuchung im alten Ortskern von Herzogenaurach.

Wie Sachgebietsleiter und Bürgermeister German Hacker (SPD) erläuterten, kann ein Großteil der Schäden in einer geschlossenen Sanierung behoben und hohe Kosten gegenüber einer offenen Bauweise eingespart werden. Zum Einsatz kommt dafür eine grabenlose Rohrsanierung mit Inlinertechnik. Bei der Inliner- oder Linertechnik handelt es sich um ein spezielles Verfahren zur Reparatur beschädigter Rohre. Dabei wird eine Glasfasermatte in der benötigten Länge (es werden Kurz- und Langliner unterschieden) mit einem schnell härtenden Harz getränkt.

Bei kleineren Schäden wird ein sogenannter Kurzliner verwendet, der unter Beobachtung mit der Kanalkamera in die defekte Abwasserleitung eingeschoben und exakt an der schadhaften Stelle aushärtet. Dabei wird die Matte durch einen "Packer" gegen die Rohr-Innenwand gepresst, bis das Material formschlüssig ausgehärtet ist. Bei der Sanierung mit Inlinern wird das gesamte Rohr mit einer in Harz getränkten Gewebematte "inversiert" und vollständig ausgekleidet. Seitenzuläufe und Schachtanschlüsse werden nach dem Aushärten des Harzes passend ausgefräst. Das Abwasser kann auf der gesamten Rohrlänge ablaufen.

Die Firma Diringer & Scheidel Rohrsanierung aus Röthenbach wird dieses Verfahren in Herzogenaurach anwenden. Wie Bendler auf Nachfrage erläuterte, betreffe die Sanierung insbesondere Anschlüsse und Seitenbereiche des Kanalnetzes. Warum die Steggasse, die erst vor einigen Jahren einen neuen Abwasserkanal bekam, jetzt schon wieder saniert werden soll, wollte Walter Drebinger (CSU) wissen. "Auf der Karte sind die roten Punkte nur kleine Abschnitte und betreffen überwiegend die Hausanschlüsse", gab Bendler Auskunft. Bernhard Schwab (CSU) kritisierte, dass dieses Verfahren vor einigen Jahren noch abgelehnt wurde. Dabei habe es sich um die Sanierungen ganzer Straßenzüge gehandelt, bei der alle Versorgungs- und Entsorgungsleitungen erneuert und deshalb aufgegraben werden mussten, so der Bürgermeister.

Bewährtes Verfahren

Das Verfahren werde inzwischen in vielen Kommunen angewendet und habe sich bewährt, so Bendler. Ein großer Vorteil sei zudem, dass keine Straßen gesperrt werden müssen und die Sanierungsmaßnahme nur an den auf der Straße stehenden Firmenfahrzeuge zu erkennen sei. Die Sanierung für rund 465 000 Euro soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.