Die Lockerung der Beschränkungen für Baumschulen und Gärtnereien zum Verkauf von Bäumen, Pflanzen und Gewächsen zur Selbstversorgung mit Lebensmitteln vor Ort werden vom Forchheimer CSU-Landtagsabgeordneten Michael Hofmann außerordentlich begrüßt. Sein Forchheimer FDP-Kollege Sebastian Körber übt allerdings Kritik am Vorgehen der Staatsregierung.

Der Stimmkreisabgeordnete Hofmann meint in einer Pressemitteilung: "Der Kabinettsbeschluss ist genau der richtige Schritt." Baumschulen und Gärtnereien könnten nun ihre Produkte wie Apfelbäume, Erdbeerpflanzen und Tomatensträucher wieder vor Ort verkaufen. "Das entzerrt den Kaufandrang bei den großen Lebensmittelgeschäften, die mit ihren Angeboten zum Thema Garten einen starken Zulauf haben", sagt Hofmann.

Da die Verkaufsflächen der Baumschulen und Gärtnereien ganz überwiegend unter freiem Himmel liegen, sieht Hofmann dort keine größere Ansteckungsgefahr. "Zudem stehen Lebensmittel von der Urproduktion bis hin zum Verkauf schließlich unter dem besonderen Schutz der geltenden Regelungen. Und gerade unsere Baumschulen und Gärtnereien sichern diese Urproduktion", stellt Hofmann heraus.

MdL Körber dagegen fordert von Staatsregierung eine "echte Corona-Exit-Strategie statt willkürlicher Lockerungen". Wie der Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verkündet hatte, sollen in Bayern vorerst nur Läden mit einer Größe von maximal 800 Quadratmetern öffnen dürfen. Laut Pressemitteilung von Sebastian Körber habe die FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag mit ihrer "flexiblen Corona-Exit-Strategie" Anfang der Woche bereits einen eigenen Fahrplan vorgestellt.

Der Abgeordnete bezeichnet die vorgenommene Differenzierung der Staatsregierung bezüglich Ladengrößen als "willkürlich" und kann keine plausible Begründung dafür feststellen: "Inhaber von Geschäften sollten grundsätzlich öffnen dürfen, wenn sie die sichere Einhaltung notwendiger Abstands- und Hygieneregeln gewährleisten können. Warum beispielsweise ein Möbelhaus oder größeres Modegeschäft nicht öffnen darf, obwohl es die Einhaltung von Mindestabständen leichter realisieren kann als die Boutique oder Buchhandlung an der Ecke, kann nicht nachvollzogen werden", erklärt Sebastian Körber.

Für Michael Hofmann ist nachvollziehbar, dass die Menschen, die einen Garten haben, ihn jetzt bepflanzen wollen. "Durch die Ausgangsbeschränkungen haben sie dafür Zeit. Ich halte dies für eine sehr sinnvolle Beschäftigung", betont Hofmann. Wenn jetzt Apfelbäume, Erdbeerpflanzen und Tomatensträucher wieder vor Ort verkauft werden dürfen, müssten jedoch alle geltenden Sicherheitsvorschriften bei den Baumschulen und Gärtnereien eingehalten werden, mahnt der Landtagsabgeordnete an. Vorsicht und Besonnenheit seien nach wie vor das oberste Gebot. red