Vor 70 Jahren wurde der Rhönklub Zweigverein Oberweißenbrunn gegründet. Die Jubiläumsfeier im voll besetzten Dorfgemeinschaftshaus war ein Grund zum Rückblick und geselligem Miteinander. Große sportliche Erfolge konnten in den 1950er Jahren gefeiert werden.  Deshalb war es auch nur logisch, dass die Jubiläumsfeier unter das Motto  "50er und 60er Jahre" gestellt wurde. In dieser Zeit standen im Mittelpunkt der Aktivitäten der Skisport mit zahlreichen Meistertiteln, das Theaterspiel und das Wandern zu Fuß, auf Skier und auch mit dem Fahrrad.

Dreh- und Angelpunkt in einem engagierten Starterteam war der unvergessene Skifahrer, Theaterregisseur und Künstler Josef Müller. Die anwesende Prominenz bestand deshalb, entgegen der sonst üblichen Gepflogenheiten, aus den Leistungssportlern, die zahlreiche hessische, bayerische und unterfränkische Meistertitel nach Oberweißenbrunn mitbrachten. Helmut Simon war sogar Teilnehmer an den Seniorenweltmeisterschaften. Besonders begrüßt wurde vom Vorsitzenden Bernhard Walter Elfriede Abert, sie ist das einzig noch lebende Gründungsmitglied und ehemalige Theaterspielerin. Gekommen waren auch Vertreter der örtlichen Vereine, wie der Rhönklub-Zweigvereine aus Gersfeld und Mellrichstadt.

In seinem Grußwort stellte der Vorsitzende der Rhönklub-Region Saale-Sinn, Konrad Tripp, die ideenreichen Wanderungen mit der Teilnehmerzahl von mehr als eintausend Wanderern im vergangenen Jahr, heraus. Erfreut zeigte er sich über die für 2020 neu konzipierten Angebote wie Radwandern und Gesundheitsvorträge. Dabei hatte der Verein 2018 auf der Kippe gestanden, weil sich zunächst kein Vorsitzender finden wollte. Doch dieses Tief sei überwunden, der neue Vorstand leiste hervorragende Arbeit und sei lebendiger denn je, rief Tripp den Oberweißenbrunnern zu. Auch der Vorsitzende der WSV Ewald Simon zeigte seine Begeisterung über die Dynamik des Zweigvereins und lobte die Zusammenarbeit.

Lustiges und Menschliches

Otto Schaller, langjähriger ehemaliger Vorsitzender des Oberweißenbrunner Zweigvereins förderte aus den Protokollen und Wanderbüchern der 50er Jahre zahlreiche Anekdoten zutage, die die wertvolle Aufbauarbeit und den Ideenreichtum unterstrichen, aber auch Lustiges und Menschliches kam da zum Vorschein. Aus den Fotoalben zahlreicher Mitglieder hatte der Vorsitzende, Bernhard Walter, Sportliches und Ungewöhnliches zusammengetragen, das von Bernhard Eisenmann mit seinem großartigen Namensgedächtnis in Erinnerung gerufen wurde. Sonja Schrenk und der ehemalige Vorsitzende, Oswald Kehm, stellten Filme zur Verfügung die sportliche und gemeinschaftliche Ereignisse aufleben ließen.

Stummfilm in Farbe

Höhepunkt des Abends war ein etwa zwanzigminütiger Stummfarbfilm aus dem Jahre 1963, in dem ein Kinderskirennen, ein Seniorenskirennen mit Verkleidungen und Kabaretteinlagen sowie eine Faschingsveranstaltung gezeigt wurden, natürlich lebendig kommentiert von Bernhard Eisenmann. Anton Enders führte die Mitglieder mit seinen Sprungskier in der Hand in launiger Weise in die Zeit Anfang der 60er Jahre und den damaligen Trainingsalltag. Ein kleines Skimuseum mit Leihgaben von Privatleuten zeigte Skier aus Kriegszeiten sowie innovative Entwicklungen der 50er Jahre, aus einer Skiproduktion des benachbarten Haselbachs und natürlich den sowohl von Oberweißenbrunner Skiläufern als auch von Weltklasseläufern gelaufenen original finnischen Järvinnen-Ski. Außerdem wurden Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften ausgesprochen an: Ute Schäfer, Ulrike Gundelach, Sonja Schrenk, Ingeburg Schrenk, Hans Schrenk, Alfred Gundelach und posthum Kilian Abert, entgegengenommen von seinem Sohn Klaus.  Seinen würdigen Abschluss fand der Abend mit dem kräftig gesungenen Rhönlied in der bewährten Akkordeonbegleitung von Susanne Fuß.