Deutschland führt Österreich-Modell ein - dort wird die Tankregel noch schärfer

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Deutschland führt Österreich-Tankregel ein - dort wird sie schärfer
Die Bundesregierung plant die Einführung einer Tankregelung ähnlich Österreichs, wo inzwischen nicht mehr jeden Tag die Preise steigen dürfen. (Symbolbild)
Tankstelle
Sebastian Kahnert/dpa
Die Bundesregierung plant die Einführung einer Tankregelung ähnlich Österreichs, wo inzwischen nicht mehr jeden Tag die Preise steigen dürfen.
Deutschland führt Österreich-Tankregel ein - dort wird sie schärfer
Frank Hammerschmidt (dpa)

Die Spritpreise in Deutschland bleiben hoch, deshalb will die Bundesregierung neue Regeln wie in Österreich einführen. Dort wird das Modell jetzt aber noch strenger.

In Deutschland pendeln sich die Spritpreise weiter auf einem hohen Niveau ein und stabilisieren sich über zwei Euro. Um den Preisanstieg zu bremsen, will die Bundesregierung die bisherige österreichische Einmal-täglich-Regel im Rahmen eines Maßnahmenpakets einführen. In Österreich ist seit 15 Jahren eine Erhöhung der Spritpreise an Tankstellen nur einmal am Tag erlaubt. Jetzt verschärft die Regierung die Regel.

Danach dürfen die Preise für Benzin und Diesel nur noch montags, mittwochs und freitags, jeweils um 12 Uhr, steigen. Preissenkungen bleiben weiterhin jederzeit möglich. Die österreichische Bundesregierung erhofft sich von dieser Regelung weniger starke Preisschwankungen.

"Kein Potenzial": Verkehrsclub kritisiert schärferes Österreich-Modell beim Tanken

Der Verkehrsclub ÖAMTC sieht die Regelverschärfung kritisch. "Wir sehen in diesem Vorschlag kein Potenzial für eine unmittelbare und nachhaltige Entlastung", sagte ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexperte Martin Grasslober. Der Schritt diene eher zur Beruhigung der öffentlichen Diskussion. Es sei zu begrüßen, dass die neue Regelung auf einen Monat begrenzt sei. Der Mobilitätsclub befürchtet, dass es an den betreffenden Wochentagen zu stärkeren Preissteigerungen kommt. Die bisherige Einmal-täglich-Regel gilt vor allem als Transparenz-Maßnahme, die dafür sorgt, dass die Autofahrer mit deutlich weniger Hektik Preise vergleichen können.

In Österreich schnellte der Spritpreis am Montag (16. März 2026) nach Beobachtung des dortigen Verkehrsclubs ÖAMTC um 12 Uhr bei einzelnen Tankstellen um bis zu 14 Cent pro Liter nach oben. Im Raum Salzburg kostete der Liter Super etwa 1,75 Euro, der Liter Diesel knapp unter zwei Euro. Dass der Sprit in der Alpenrepublik günstiger ist als in Deutschland, liegt an der niedrigeren Mineralölsteuer. Im deutschlandweiten Tagesdurchschnitt des Montags (16. März 2026) waren Superbenzin und Diesel um 0,3 und 0,1 Cent teurer als noch am Sonntag, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht.

Sie blieben damit unter ihrem Mehrjahreshoch aus der vergangenen Woche. Pro Liter Super E10 wurden am Montag im Schnitt 2,040 Euro fällig. Im Vergleich zum letzten Tag vor Kriegsbeginn ergibt sich aber ein Anstieg von rund 26 Cent. Trotz der hohen Spritpreise reagieren deutsche Autofahrer überraschend. Der Liter Diesel kostete am Montag 2,157 Euro. Das waren rund 41 Cent mehr als vor Kriegsbeginn. Inzwischen bewegen sich die Tagesdurchschnittspreise in einem relativ schmalen Preisband. Für Superbenzin liegt es knapp über 2 Euro, für Diesel grob um 2,15 Euro.

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