Der vor etwa einem halben Jahr vom Hamburger Asklepios-Konzern geschluckte Klinikbetreiber Rhön-Klinikum AG in Bad Neustadt hat auf offene Finanzierungsfragen im Zuge der Corona-Krise im laufenden Quartal hingewiesen. "Die Notwendigkeit zum weiteren Handeln durch die politischen Akteure auf allen Ebenen hat in den Monaten Oktober und November 2020 an Dringlichkeit dazugewonnen", heißt es in einer Mitteilung von Rhön-Klinikum vom Freitag.

Es sei unabdingbar, die bisher lediglich bis zum Ende des dritten Quartals 2020 befristeten Maßnahmen etwa für Intensivbetten und Erstattungen für frei gehaltene Betten fortzusetzen. Ansonsten bestünde ein erhebliches Risiko von Insolvenzen der dringend benötigten systemrelevanten Kliniken.

Rhön-Klinikum AG hatte in den ersten neun Monaten Umsätze von 1,02 Milliarden Euro erzielt, nach 970,8 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) habe mit 60,8 Millionen Euro aber um 36,7 Millionen Euro unterhalb des Vorjahresniveaus von 97,5 Millionen Euro gelegen. Unter dem Strich sei ein Konzernergebnis von 2,3 Millionen Euro herausgekommen, nach 37,8 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Unterschied resultiere vor allem aus dem Einmaleffekt einer aufgelösten Rückstellung im Vorjahr.

Das Rhön-Klinikum betreibt fünf Krankenhäuser in mehreren Bundesländern und hat 18 000 Mitarbeiter. Im Sommer hatte der Großaktionär Asklepios nach einem hart geführten Übernahmekampf einen Großteil der Aktien übernommen und hält nun gemeinsam mit Rhön-Gründer Eugen Münch mehr als 90 Prozent der Anteile. Mit der mit Asklepios verbundenen Neuausrichtung des Unternehmens war Vorstandschef Stephan Holzinger nicht einverstanden. Er ging im September. Zu seinem Nachfolger wurde jetzt Christian Höftberger ernannt. Der 46-Jährige war zuvor in verschiedenen Funktionen für Asklepios tätig gewesen und im August in den Vorstand geholt worden. dpa/aug