Ende der 1970er Jahre präsentierten sich sieben von acht Sandsteinmartern in der Flur von Größau stolz am Wallfahrtsweg von Pressig nach Glosberg, nachdem sie aufwendig restauriert worden waren. Was fehlte, war die Wiederherstellung der letzten Marter unweit des nördlichen Ortsausganges von Größau in Richtung Posseck.

Keiner der befragten Grössauer Bürger konnte sich daran erinnern, wie dieses Flurdenkmal aus dem 18. Jahrhundert jemals in voller Größe ausgesehen hatte. Die Zerstörung musste deshalb schon lange Zeit zurück liegen. Alle kannten nur die Überreste, bestehend aus Sockel und Aufsatz, die vom Besitzer Johann Beez aufeinander gestellt, die Besucher des schmucken Frankenwalddorfes etwas traurig begrüßten. Der unterteilte Pfeilerschaft, der ehemals den Aufsatz getragen hatte, war verloren gegangen.

Mehrere Gespräche zwischen dem Kreisheimatpfleger und dem Besitzer waren nötig, bis dieser schließlich "grünes Licht" für eine umfassende Restaurierung gab. Die Trägerschaft der Maßnahme übernahmen der Kreisheimatpfleger und der Arbeitskreis für Heimatpflege des Landkreises Kronach.

Klinken mussten geputzt werden

Da eine Restaurierung einen höheren Betrag erforderte, mussten im Vorfeld, mit der Bitte um Bezuschussung, etliche Anfragen an die zuständigen Behörden gestellt werden. Erfreulicherweise beteiligten sich alle angeschriebenen Stellen prozentual an den veranschlagten Restaurierungskosten, so dass die gesamte Finanzierung gesichert war. Es beteiligten sich der Besitzer Johann Beez, die Marktgemeinde Pressig, der Landkreis Kronach, der Bezirk Oberfranken und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege.

Transport in Eigenleistung

Nun konnte der Abtransport der Fragmente in das Atelier des Bildhauers Heinrich Schreiber nach Kronach erfolgen, der mit den Arbeiten beauftragt worden war. Der Transport geschah wiederum in Eigenleistung und unter der Mithilfe der Bürger. Dankbar erinnert sich der Kreisheimatpfleger an die Mitwirkung von Arno Grebner und Gerhard Deuerling, die immer zur Stelle waren, wenn es um die Erhaltung der religiösen Denkmäler ging.

Voller Erwartung blickten alle der Wiederherstellung des Flurdenkmals entgegen, was etliche Monate in Anspruch nahm. Im Oktober 1982 war es endlich soweit, dass die Marter in voller Größe ihren angestammten Platz einnehmen konnte.

Seit dieser Zeit blickt das Relief der Marienkrönung wieder auf die Vorübergehenden. Unter leicht überkragenden Segmentbögen ist Jesus und Gott Vater dargestellt, wie sie eine Krone über das Haupt der knienden Maria halten. Über der Darstellung schwebt der Heilige Geist in Gestalt einer Taube. An den beiden Schmalseiten befindet sich je ein Kleeblattkreuz.

Erfreut über die gelungene Restaurierung lud der Besitzer alle Mithelfer zu einer kräftigen Brotzeit ein. Unvergessen bleibt der Ausklang dieser kleinen Feierrunde, denn zum Abschluss gab es zur Überraschung aller Helfer noch Krapfen und Blöcher.