In der Diskussion um den Ausbau der Ortsdurchfahrt hob der Gemeinderat den alten Beschluss auf, die Straße unter der Baulastträgerschaft der Gemeinde zu sanieren. Vielmehr befürwortet man nun, die Ortsdurchfahrt unter Trägerschaft des Landkreises voll auszubauen. Beide Entscheidungen fielen einstimmig.

Markus Albrecht vom Ingenieurbüro IVS erklärte dem Gremium, dass der Straßenbau auf einer Länge von 1,165 Kilometern geplant wurde. Sie soll dadurch nicht zuletzt sicherer werden. Man habe fünf bis sechs Kernbereiche bei den Planungen berücksichtigt. Verschiedene Projektbesprechungen mit allen Beteiligten, unter anderem mit dem Landratsamt und der Frankenwaldgruppe, hätten bereits im vergangenen Jahr stattgefunden. Es sollen auf gesamter Länge die Wasserleitungen erneuert werden. Eine Verbesserung der Verkehrssicherheit entstehe im Bereich der Abzweigungen Kremnitzstraße und Körnergasse. Vor der Kirchstraße sei eine Querungsstelle vorgesehen, die Sicherheit für alle Fußgänger biete. Auf der rechten Seite habe man den Gehweg durchgängig auf einer Breite von 1,50 Metern weitergeplant. Diese Breite halte man auch im Bereich der Engstelle im letzten Drittel der Ortsdurchfahrt. Hier habe man zu Gunsten des Schutzes der Fußgänger die Fahrbahnbreite punktuell auf 4,25 Meter verringert.

"Der Ausbau zeigt viele Verbesserungen, auch im Bereich der Sortierung der Verkehrsräume, auf", so Albrecht. In Bezug auf die Bordsteine sei es wichtig, den Fußgänger- vom Autoverkehr abzutrennen. Es gebe aber Bereiche, in denen man absenken müsse. Parallel dazu habe man auch die Straßenentwässerung unter die Lupe genommen und die Kanäle und Einläufe begutachtet. Dabei habe man festgestellt, dass im Kanalsystem auch typische "Bürgermeisterkanäle" vorhanden sind, alte schmale Kanäle, die in schlechtem Zustand sind und den Fremdwasseranteil im System erhöhen. "Die Meinung war daraufhin, es wäre toll, wenn man eine Lösung finden könnte, damit die Straßenwässer nicht die Kläranlage belasten", so Albrecht. So habe man den Bau eines neuen Oberflächenkanals in den Raum gestellt. Dieser wäre aber kostenseitig beim Landkreis angesiedelt. Man müsste also nun darüber entscheiden, so Albrecht, ob man einen Vollausbau anstrebe. Diese Chance habe man jetzt und nur jetzt.

Im Gremium war man sich einig, den Vollausbau zu befürworten. "Das ist eine einmalige Chance, die wir haben", meinte Bürgermeisterin Karin Ritter zum Vollausbau.

Gunther Dressel von der Tiefbauabteilung des Landratsamtes stand dem positiv gegenüber. Als Landkreis sei man zunächst davon ausgegangen, nur die Asphaltfläche erneuern zu müssen. Nachdem nun alles untersucht worden sei, sei man kostenmäßig an einem Punkt, der die Gesamtmaßnahme förderfähig mache. Es gebe die Möglichkeit zu sagen; "Wenn wir was bauen, dann bauen wir es gescheit." Allerdings sei nun die zeitliche Schiene eine andere. Auch wenn man zügig plane, werde man nicht vor dem Jahr 2022 bauen können, da die Prioritäten für 2021 schon im Kreistag beschlossen worden sind, so Dressel.

Hohe Bordsteine

Zum Thema Bordsteine sah Dressel die Sicherheit der Bürger im Vordergrund und plädierte für hohe Borde. Katja Scherbel (SPD) zeigte sich zuversichtlich, dass hohe Bordsteine auch dafür sorgen, dass die Geschwindigkeit im Ort sinkt. Dies sah auch Gunther Dressel so. Durch hohe Borde müsste man die Autos auf der Straße parken, dies sei die beste Geschwindigkeitsregulierung. Verengungen dürfe man in eine Kreisstraße nicht bauen, so Gunther Dressel auf Nachfrage aus dem Gremium. red