Vorgestellt wurden in der jüngsten Sitzung des Reckendorfer Gemeinderates die vorbereitenden Untersuchungen (VU) im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (Isek). In diesen VU werden für den Altort von Reckendorf detaillierte Leit- und Entwicklungsziele erarbeitet und konkrete Maßnahmenvorschläge entwickelt. Auch das Sanierungsgebiet ist festzulegen. Christiane Werthmann (Büro für Städtebau & Bauleitplanung, Bamberg) sowie Gunter Schramm (Büro Planwerk, Nürnberg) gingen konkret auf die verschiedenen Ideen ein.

Einstimmig wurden Isek und VU sowie das rund 20 Hektar umfassende Sanierungsgebiet (Altort) vom Gemeinderat gebilligt. Nun kann die Auslegung für die Öffentlichkeit sowie die Beteiligung der Behörden (Träger öffentlicher Belange) erfolgen, im März könnte der Prozess dann mit dem endgültigen Beschluss abgeschlossen werden.

Auf den Weg gebracht wurden die Aufstellung des Bebauungsplans "Reckendorf Nord" sowie die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans. Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) hatte diesen Punkt nachträglich auf die Tagesordnung setzen lassen. Mit acht zu sechs Stimmen waren die Räte für den Bebauungsplan, neun zu fünf Stimmen gab es für die Änderung des Flächennutzungsplans. Markus Sippel (WBFW) und Clarissa Schmitt (CSU) hatten kritisiert, dass mit den Eigentümern der betroffenen Grundstücke nicht gesprochen worden sei, was eigentlich dem Bürgermeister als Hausaufgabe mitgegeben worden sei (Schmitt). Deinlein entgegnete, dass bislang die Zeit dafür gefehlt habe.

Zweig folgt auf Klose

In seinem Kurzbericht verlas der Bürgermeister eine Stellungnahme des Klärwärters Benjamin Zschörner zum Bericht zur Gemeinderatssitzung vom 11. November in den örtlichen Medien. Die Kläranlage weise daher erhöhte Kosten für die Abwasserbehandlung auf, da in den Gebühren Reparaturen, Neuanschaffungen und Wartungskosten berücksichtigt würden. Die Anlage sei zehn Jahre lang von einem Betreiber geführt wurden - auf Verschleiß. Verschleißteile seien nicht getauscht, die Wartung vernachlässigt worden. Dies habe im Nachhinein zu hohen Kosten und nötigen Investitionen geführt.

Für Gemeinderat Niklas Klose (SPD), der laut Bürgermeister Deinlein schwer erkrankt sei, rückte Christian Zweig (SPD) als Gemeinderat nach. Klose hatte um die Entbindung von seinem Amt gebeten.

Zum Abschluss der Sitzung berichtete Bürgermeister Deinlein noch über die wichtigsten Projekte des zurückliegenden Jahres. Er erwähnte die Archivpflege - Reckendorf sei stolz auf seine Vergangenheit, dürfe dabei aber nicht die Zukunft vernachlässigen, die Trennung von der bisherigen Archivpflegerin Adelheid Waschka aufgrund "mangelnder Compliance" (Waschka habe dennoch aber für die Gemeinde hervorragende Arbeit geleistet), das Jubiläum "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" mit der Beauftragung von Prof. Dornheim, das Isek, das kommunale Denkmalkonzept und das Anwesen Bahnhofstraße 4. Bei letzterem Thema sei das Bauvorhaben nie strittig im Gemeinderat gewesen, was eine Abstimmung bei nur einer Gegenstimme gezeigt habe. Noch nicht spruchreif sei die Querungshilfe an der südlichen Ortseinfahrt, die Verhandlungen mit dem Straßenbauamt liefen. Dem ASV Reckendorf sei die Gemeinde bei der Neukultivierung der Rasenfläche weit entgegengekommen, das Stolbinger-Areal konnte erworben werden. Und im Jahr 2020 wurden auch einige Bebauungspläne aufgestellt oder geändert.

Mit einem Dank an die Gremiumsmitglieder und auch die Vereine, die im schwierigen Jahr 2020 stets ihre Hilfe angeboten hätten, leitete Deinlein zum nichtöffentlichen Teil der Sitzung über und verabschiedete die Besucher.