Wird in einigen Ortsteilen zu schnell gefahren? In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend in der Kulturhalle in Witzmannsberg beklagten sowohl die frischgebackene Ortsbeauftragte Jessika Schiwek (Triebsdorf-Finkenau) als auch Gemeinderätin Julia Griebel (parteilos, Witzmannsberg) permanente Geschwindigkeitsüberschreitungen in ihren Ortsteilen. Besonders um die Verkehrssicherheit an den Ortsausgängen von Witzmannsberg Richtung Seßlach und Eicha in Fahrtrichtung Coburg sorgte sich Griebel. Außerdem zwängen in der Eichenstraße gegenüber der Bäckerei Schoder geparkte Fahrzeuge zu gefährlichen Bremsmanövern.

Laut Landratsamt dürften die Fahrzeuge dort stehen, erläuterte Bürgermeister Martin Finzel (parteilos). Dass die früheren Tempo-30-Schilder an den Ortseingängen wegfielen, bedauerte auch der Rathauschef: "Wenn ich da mit 50 Stundenkilometern reinfahren darf, ist das eine andere Sache, als wenn dort nur 30 erlaubt sind."

"Mir hat es gereicht, ich möchte eine Lösung für diese Raserei finden", schilderte Schiwek die Situation in der Haarther Straße. Sowohl den Berg hinaus als auch hinunter seien viele Fahrzeuge zu schnell unterwegs. "86 Stundenkilometer zeigte das Lesegerät beim schnellsten Fahrzeug an", berichtete die 40-Jährige über ihre Beobachtungen aus ihrem Bürofenster, "dabei sind wir schon das vierte Haus im Ort." Bei den Kommunalwahlen im März dieses Jahres hatte Schiwek für die Freien Wähler kandidiert und über 100 Stimmen in Triebsdorf bekommen. Nach dem Verzicht des bisherigen Ortsbeauftragten Carsten Engelhardt schlug Finzel deshalb die Steuerfachangestellte als dessen Nachfolgerin vor. Einstimmig billigte der Gemeinderat die Ernennung der "Kümmerin". Anders als bisher sollen Ortsbeauftragte und -sprecher auch am nichtöffentlichen Teil der Sitzungen teilnehmen, wie Marcel Trost (CSU) auf Nachfrage von Finzel erfuhr. Das begrüßte auch Matthias Aust (SPD): "Wir wollen miteinander wirken, daher sollen sie das Signal bekommen dazuzugehören."

Damit Schüler wegen unzureichender technischer Ausstattung beim häuslichen Lernen nicht ins Hintertreffen geraten, beschloss der Gemeinderat einvernehmlich, das Sonderbudget digitale Leihgeräte zu beantragen. Für die Grundschule Ahorn werden Anschaffungen in Höhe von knapp 7300 Euro aus dem Digitalpakt Schule voll finanziert. "Für eine Grundschule im ländlichen Bereich sind wir dann wirklich gut aufgestellt", sagte Hauptamtsleiterin Nicola Steffen-Rohrbeck.

An den Feuerwehrhäusern im Gemeindegebiet, an der Dreifachturnhalle, der Kulturhalle oder der Alten Schäferei: Überall werden nun öffentliche Hotspots in Betrieb genommen. "Ahorn geht mit guten Beispiel digital voran", kommentierte Finzel die Möglichkeit des öffentlichen und kostenlosen Surfens unter @BayernWLAN.

Über einen Leitungsbonus in Höhe von rund 23 500 Euro pro Kindergartenjahr kann sich die "Pusteblume" freuen. Wie Finzel mitteilte, hatte Leiterin Sabine Lindner zuvor ein entsprechendes Konzept unter Einbeziehung des neues Bereiches Vorschulkindergarten erstellt. Der Bonus stammt aus Mitteln des Gute-Kita-Gesetzes, das der Freistaat mit der Richtlinie umsetzte, um Kindertageseinrichtungen zu stärken und die Leitungskräfte zu entlasten. Der Bescheid liegt laut Steffen-Rohrbeck bereits vor. Der Haushalt der Gemeinde werde nicht belastet.

Auch die Gemeinde erhält Geld: Einer Mitteilung des Staatsministeriums zufolge übernimmt der Freistaat für die Monate April, Mai und Juni die wegen der Corona-Pause entfallenen Teilnehmerbeiträge für die kommunale Mittagsbetreuung. Basierend auf gebuchten Einheiten wurden für Ahorn die entgangenen Beiträge auf 10 133,76 Euro berechnet. Die Summe wurde inzwischen bewilligt.

Als neuer Kinder- und Jugendbeauftragter der Gemeinde stellte sich Dominik Oesterreicher vor. Drängendstes Problem sei aktuell die Ferienbetreuung, sagte Oesterreicher. Wegen der Corona-Auflagen hätten viele Eltern bereits ihren Jahresurlaub für die Kinderbetreuung gebraucht, doch nun entfielen Sommerferienangebote. "Es ist toll, dass die Ferienbetreuung von der Staatsregierung gefördert wird, aber die Ankündigung kommt sehr spät", sagte Oesterreicher.

Ob die vorhandenen Ideen so kurzfristig umgesetzt werden können, will er in dieser Woche mit den Kollegen aus den Gemeinden im Coburger Land besprechen. In Ahorn läuft derzeit eine Bedarfsabfrage.