Verkaufsoffener Sonntag am 13. September? Auf Antrag des Bundes der Selbstständigen (Ortsverband Regnitztal) genehmigte der Marktgemeinderat (vorbehaltlich behördlicher Zustimmung) einen verkaufsoffenen Sonntag am 13. September 2020. Von 12 bis 17 Uhr sollen die Geschäfte in Hirschaid geöffnet werden dürfen, um ein wenig von dem während des Lockdowns in der Hochphase der Corona-Krise verlorenen Umsatz wettzumachen. Andererseits zeichnet sich ab, dass der Herbstmarkt nicht zugelassen werden kann. Bürgermeistern Klaus Homann (CSU) forderte den Gewerbeverband auf, seine Kontakte zu höheren Regierungsstellen zu nutzen, um auf die Öffnung von Märkten und Messen einzuwirken. Und den Freien Wählern im Gemeinderat empfahl Homann, doch mal auf ihren Landesvorsitzenden Aiwanger zuzugehen, der in Bayern als Wirtschaftsminister amtiert. Während Kurt Barthelmes (WG Regnitzau) riet, die Abgeordneten zu konsultieren, soll auf Vorschlag von Gerd Porzky beim Bamberger Citymanager Klaus Stieringer angefragt werden, wie er diverse Lockerungen bei den Öffnungszeiten der Geschäfte erreicht. Immerhin: Drei Gemeinderäte hielten an ihrem kategorischen Nein zur Geschäftemacherei am Tag des Herrn fest. Nur Josef Haas (SPD) sprang diesmal über seinen Schatten und stimmte erstmals einem verkaufsoffenen Sonntag zu. Damit "niemand vor die Hunde geht." wb

Debatte um die Bürgerbeauftragten Nicht ohne grimmige Personaldebatte ging die Besetzung der "Hirschaider Bürgerbeauftragten" über die Bühne des Marktgemeinderats. Auf Fraktionsebene war dazu im Vorfeld ein Vorschlag ausbaldowert worden, der in fünf von sechs Fällen glatt durchging: Für den Bereich "Familien und Neubürger" soll Sandra Bischoff (Grüne/ÖLH) zuständig sein. Josef Haas (SPD) soll sich um Senioren und Behinderte kümmern, Sigrid Oppelt (FW) wird weiter den Kontakt zu Flüchtlingen und sozial Benachteiligten halten. Horst Auer soll Bezugsperson zu den Vereinen und Ehrenamtlichen sein. Als Koordinator dieser Beauftragten wird Dritter Bürgermeister Markus Zillig fungieren.

Kritik entzündete sich am Vorschlag zum Beauftragten für Kinder und Jugendliche: Dem dafür vorgesehenen Neuling Martin Wünsche (FDP) trugen einige Marktgemeinderäte vollmundige Äußerungen im Wahlkampf nach. Er wollte angeblich Hinterzimmerpolitik attackieren, hatte er da angekündigt, um sich sogleich aber in einer geschlossenen Runde in eine Vertrauensposition hieven zu lassen. Außerdem musste sich Wünsche Vorbehalte anhören, weil die Freien Demokraten für eine Liberalisierung des Haschisch-Konsums einträten. Martin Wünsche fühlte sich zu Unrecht angegriffen und bat um einen Vertrauensvorschuss. Bürgermeister Homann warb für Wünsche, weil der - noch jung an Jahren - eventuell leichter Zugang zum Hirschaider Nachwuchs finden könne. In einer En-bloc-Abstimmung wurden dann mit 22:2 alle sechs vorgeschlagenen Gemeinderäte in ihre Zusatzaufgaben berufen. wb Steigende Gebühren bei der Wasserversorgung Kostenrechnend sollen die Verbrauchsgebühren sein. Andernfalls muss nachgerechnet und aufgeschlagen werden. Und das hat die Marktgemeinde inzwischen getan. Nachdem sich im Jahr 2018 in der Wasserversorgung bei Gesamterträgen in Höhe von 980 000 Euro ein Verlust in Höhe von 138 000 Euro addiert hatte, wurde der Wasserpreis angehoben. Ausschlaggebend waren unter anderem die Versorgung des Hallenbads Frankenlagune aus einem eigenen Brunnen sowie die Sanierung der Wasserkammern im Hochbehälter Mainberg. Der Jahresverlust wurde auf die neue Rechnung vorgetragen. wb Auch im Bamberger Bauleitplan "Neues Atrium" fand Hirschaid ein Haar in der Suppe, so sehr man es Bamberg wünscht, dass die Gewerbebrache am Bahnhof einer neuen Verwendung zugeführt wird. Nur das dort geplante Hotel mit 165 Betten lehnt der Marktgemeinderat ab. Man befürchtet negative Auswirkungen auf das Beherbergungsgewerbe im Landkreis Bamberg und damit auch auf den Markt Hirschaid. Keinen Einwand erhob das Gremium gegen den Bebauungsplan "Seniorenanlage am Seebach" der Gemeinde Frensdorf. Zudem stimmte der Rat einer Sonderbaulastvereinbarung mit dem Staatl. Bauamt Bamberg und der Gemeinde Frensdorf über den Bau eines Geh- und Radweges zwischen Herrnsdorf und Röbersdorf zu. wb