Die Behandlung des Bürgerbegehrens gegen das Projekt "Wald für die Seele" der Heiligenfeldgruppe sorgte für reges Besucherinteresse in der Gemeinderatssitzung. Knapp 40 Bürger wollten die Entscheidung über die Zulassung des zur letzten Sitzung eingereichten Begehrens verfolgen. Die Verwaltung hat eine Prüfung der Eintragungen auf der Liste vorgenommen und stellte fest, dass 403 von 407 Eintragungen gültig waren. Zur Einreichung wären lediglich 95 Unterschriften erforderlich gewesen.

Der Gemeinderat lässt das Bürgerbegehren einstimmig zu, was auch bedeutet, dass er bis zu einem möglichen Bürgerentscheid keine Entscheidung entgegen dem Bürgerbegehren treffen darf. Ein Bürgerentscheid wäre bis zum 19. Januar 2020 durchzuführen und könnte bei besonderen Bedingungen noch etwas aufgeschoben werden. Eine Zusammenlegung mit der anstehenden Kommunalwahl ist nicht zulässig. Die Gemeinde kann dem Bürgerbegehren beitreten, womit der Bürgerentscheid entfällt und der Inhalt des Begehrens Gültigkeit hat. Das bedeutet, dass sich der Gemeinderat dann gegen das Projekt entscheidet und es nicht weiterverfolgt.

Verschiedene Gemeinderäte stellten dann noch einmal ihren aktuellen Standpunkt dar. Michael Günder meinte, dass 403 Stimmen den Bürgerwillen zeigen. Er empfahl einen Beitritt, um weitere Kosten zu vermeiden. Hubert Simon "will den Wald so wie er jetzt ist" und sprach sich für den Betritt aus. Markus Lomb meinte, dass das Bürgerbegehren aufgekommen sei, weil die Information der Bürger durch die Gemeinde schlecht war. Die öffentliche und dann nichtöffentliche Behandlung der Präsentation von Dr. Joachim Galuska von Heiligenfeld führte zu Vermutungen und Spekulationen über eine bereits gefallene Entscheidung im "stillen Kämmerlein". Aus Lombs Sicht gab es keinen Grund zur nichtöffentlichen Behandlung des Themas. Es sei bis heute noch keine Entscheidung zu diesem Projekt getroffen worden. Die Gemeinde habe aber die Pflicht, ein solches Angebot zu prüfen, da es auch um wirtschaftliche Vorteile für Ramsthal gehen könnte. Auch er befürwortet den Beitritt zum Bürgerbegehren. Ähnlich äußerte sich Martha Warmuth, die meinte, dass viele Bürger mit dem Begriff "Wald für die Seele" nichts anfangen konnten.

Ralf Baldauf meinte, dass die Vertreter des Bürgerbegehrens zu schnell agiert hätten, zumal sich mit dem kommenden neuen Bürgermeister von Bad Kissingen die Situation für den dortigen Wald für die Seele ändern könnte. Karin Schmitt merkte an, dass die Gemeinde Ramsthal an Galuska herangetreten sei und Interesse als Ausweichstandort für Bad Kissingen bekundet habe. Sie sei enttäuscht, dass kein Bürger das Gespräch mit ihr gesucht habe.

Roland Herterich meinte, "der Wald hätte niemanden beeinträchtigt". Er vermutete Wahlkampfmanöver von den Initiatoren des Bürgerbegehrens, die beendet werden sollten. Bürgermeister Alfred Gündling bekundete, dass er von Anfang an gegen den Plan gewesen sei und immer fair gehandelt habe.

Der Gemeinderat beschloss, dem Bürgerbegehren beizutreten, womit das Projekt gestoppt ist.