Gleich mehrere Grundsatzbeschlüsse mussten die Gemeinderäte von Kirchehrenbach fassen. Es ging dabei um Außenwasserzähler, Hundestationen, eine Hundespielwiese und um die weitere Bebauung an der Hauptstraße.

Die Gemeinde hat in ihrer Satzung zur Wasserversorgung bereits Gartenwasserzähler genehmigt. Diese haben für die Bürger den Vorteil, dass sie nur das entnommene Trinkwasser, nicht aber die Abwassergebühr bezahlen müssen. Jetzt kamen zwei Anträge zur Installation von Außenwasserzählern herein. Auch die Anfragen dafür werden laut Bürgermeisterin Anja Gebhardt (SPD) immer mehr.

Höchstrichterliche Entscheidung

Johannes Schnitzerlein (CSU), der auch Chef des Abwasserzweckverbands Kirchehrenbach-Weilersbach ist, betonte, er sei dankbar, dass diese Anträge gestellt worden seien. Er zitierte höchstrichterliche Entscheidungen. Demnach darf das Wasser aus einem Außenwasserzähler nicht zur Befüllung eines Pools oder Schwimmbeckens benutzt werden, weil es dann Schmutzwasser ist und in den Schmutzwasserkanal eingeleitet werden müsste. Denn das verschmutzte Badewasser aus einem Pool darf nicht auf dem Grundstück versickert werden, sonst kontaminiert es das Grundwasser.

Denn zur Versickerung von Wasser bräuchte es eine wasserrechtliche Genehmigung. Die Antragsteller hätten damit ein Fass aufgemacht, meinte Schnitzerlein. Er rechnete vor, dass die Gebühr zur Genehmigung eines Außenwasserzählers schon alleine 80 Euro koste. Außerdem muss der Zähler alle sechs Jahre neu geeicht werden, was weitere Kosten verursache. Manche Verbände verlangen auch eine zusätzlich jährliche Gebühr von zwölf Euro.

Die Rathauschefin verwies auch darauf, dass es beispielsweise verboten sei, Wasser aus dem Außenwasserzähler zum Beispiel zum Klößekochen zu verwenden, weil das Kloßwasser dann im Abwasserkanal entsorgt wird und dafür dann Abwassergebühren fällig werden.

Einstimmig entschloss sich der Rat aber dann doch, Außenwasserzähler zukünftig zu genehmigen. Die Antragsteller werden jedoch darauf hingewiesen, dass es strafbar sei, zum Beispiel einen Pool mit Wasser zu befüllen, welches über den Außenwasserzähler entnommen wird.

Zur weiteren möglichen Bebauung an der Hauptstraße, wo ein Landwirt eine Reithalle bauen will, die aber bisher immer abgelehnt wurde, folgten die Räte den Empfehlungen aus dem Bauausschuss, am bisherigen Flächennutzungsplan festzuhalten. Denn baulich, so Gebhardt, könne man sich nicht mehr in viele Richtungen entwickeln.

Hundekotbeutel

Ein weiterer Grundsatzbeschluss war die Installation von Stationen zur Entnahme von Hundekotbeuteln. Da gingen die Meinungen im Rat zunächst auseinander. Zweiter Bürgermeister Michael Knörlein (CSU) betonte, dass diese Stationen in anderen Gemeinden schon verbreitet seien. Er plädierte dafür, es zu versuchen.

Schnitzerlein schlug vor, im Kreistag anzuregen, eine Gemeinschaftsaktion im ganzen Landkreis Forchheim daraus zu machen, damit die sogenannten Dog-Stationen alle einheitlich aussehen. Dies habe Wiedererkennungswert. Gebhardt verwies allerdings darauf, dass andere Gemeinden ihre bereits angeschafften Stationen sicher nicht mehr austauschen würden. Schließlich wurde mit einer Gegenstimme beschlossen, ein paar Stationen zum Preis von rund 73 Euro an den Einfallswegen aufzustellen, wo bereits Abfalleimer sind, die vom Bauhof ohnehin geleert werden.

Eine Hundespielwiese wird allerdings von der Gemeinde nicht ausgewiesen. Siegfried Adami (SPD) wollte dies für ein halbes Jahr zur Probe versuchen.

Ein weiterer Vorschlag aus dem Rat war, dass die Hundebesitzer selbst einen Verein oder eine Interessengemeinschaft gründen. Die Gemeinde könnte dann bei der Suche nach einem Grundstück für die Hundespielwiese behilflich sein, meinte Knörlein. Mit zwei Gegenstimmen wurde der Empfehlung des Sozialausschusses gefolgt, keine Hundespielwiese durch die Gemeinde auszuweisen.

Wässerwiesenprojekt

Einstimmig fiel der Beschluss zur Verlängerung des Wässerwiesenprojekts aus. Die Projektverlängerung für zweieinhalb Jahre kostet die Gemeinde Kirchehrenbach 5032 Euro. Zehn Prozent der Kosten übernimmt der Landkreis.

Zwei Fertiggaragen werden neben der Schule auf dem ehemaligen Hallenbadparkplatz aufgestellt. Um die Betongaragen dorthinbringen zu können, muss die Straße etwas ausgebaut werden.