Manche Menschen fahren bis nach Norwegen oder noch weiter in den Norden, um sie zu sehen: Polarlichter. Mitunter ist dies jedoch gar nicht nötig - auch über Franken
Manche Menschen fahren bis nach Norwegen oder noch weiter in den Norden, um sie zu sehen: Polarlichter. Mitunter ist dies jedoch gar nicht nötig: Wer in Bayern in der Nacht zum Sonntag, dem 11. Januar 2026, den Nachthimmel beobachtet hat, konnte unter Umständen das seltenes Naturschauspiel beobachten.
Am Himmel breiteten sich farbenprächtige Polarlichter aus und erhellten den Horizont. Durch frostige Temperaturen von etwa minus zehn Grad waren zahlreiche Wiesen und Felder von gefrorenem Schnee überzogen.
Polarlichter über Franken - Fotos vom Vogelberg bei Bischberg
Auf dem Vogelberg bei Bischberg im Landkreis Bamberg bot sich ein besonders beeindruckender Anblick: Bei klarer Sicht eröffnete sich dort ein weiter Blick nach Norden. Ausgelöst wurde dieses außergewöhnliche Schauspiel durch einen geomagnetischen Sturm, der die Erde erreichte und den bayerischen Nachthimmel in lebendige Farben tauchte.
Es ist nicht das erste Mal, dass Polarlichter so weit von den Polen entfernt zu beobachten sind. 2025 boten sich aufmerksamen Himmelsbeobachtern gleich mehrere Gelegenheiten, Zeuge des seltenen Spektakels zu werden. Beispielsweise in der Nikolaus-Nacht zum Mittwoch (11./12. November 2025) wurden von mehreren Fotografen Bilder des bunten Nachthimmels geschossen. Auch in den darauffolgenden Tagen standen die Chancen gut, da zu dem Zeitpunkt ein starker Sonnensturm im All wütete.
Das ist auch die Grundvoraussetzung für das farbenfrohe Schauspiel: Polarlichter, auch Aurora Borealis oder Aurora Australis genannt, entstehen durch das Zusammenspiel von Sonnenaktivität, dem Magnetfeld der Erde und unserer Atmosphäre. Bei starker Sonnenaktivität sendet die Sonne einen Strom geladener Teilchen, den sogenannten Sonnenwind, ins All. Gelangen diese Teilchen in die Nähe der Pole, werden sie durch das Magnetfeld der Erde in die obere Atmosphäre gelenkt.
Beste Bedingungen und Voraussetzungen für Polarlichter
Dort stoßen sie mit Sauerstoff- und Stickstoffatomen zusammen. Diese Kollisionen regen die Atome an, sodass sie beim Zurückkehren in ihren Grundzustand Licht aussenden – das Polarlicht. Zu sehen sind Polarlichter meist in dunklen, klaren Nächten und besonders häufig in den Polarregionen. Je stärker die Sonnenaktivität und je näher man sich am Magnetpol befindet, desto beeindruckender ist das Naturschauspiel. Wer Polarlichter einmal selbst sehen möchte, kann außerdem darauf achten, dass die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
- richtigen Standort wählen: Ort mit möglichst wenig Lichtverschmutzung durch Städte aufsuchen
- richtige Jahreszeit wählen: September bis März ist die Sonnenaktivität am höchsten
- Wettervorhersage beachten: ohne einen klaren Himmel geht nichts
- richtigen Zeitpunkt beachten: Neumond-Nächte sind mit am besten geeignet