Marco Meissner Kronach hat sie, Küps hat sie und inzwischen hat sie offenbar auch Wilhelmsthal - die Gefahrenherde auf dem Schulweg. Dabei ist diese Aufzählung sicher noch weit davon entfernt, komplett zu sein. Besonders dann, wenn am kommenden Dienstag die Sommerferien enden, wird die Polizei deshalb ein besonderes Augenmerk darauf legen, die Kinder und Jugendlichen vor unvernünftigen Verkehrsteilnehmern zu schützen. Oft genug zählen die Schülereltern selbst dazu.

Pressesprecher Gerhard Anders von der Polizeiinspektion Kronach weiß um die Unvernunft mancher Eltern, die es teilweise zu gut mit ihren Schützlingen meinen - und dadurch andere gefährden. "Es gibt Leute, die würden ihre Kinder am liebsten wie beim Drive-in bis in die Schule hineinfahren", sagt er.

Eine Auswahl an Brennpunkten

Eine Erfahrung, die seine Kollegen teilen. Wie ein Beamter der Inspektion weiter ausführt, lasse die Vernunft bei manchem Mitbürger leider nach, wenn es um die eigenen Kinder geht. Gleichzeitig werde aber mit dem Finger auf andere gezeigt, die ein ähnliches Fehlverhalten an den Tag legten.

"An der Lucas-Cranach-Schule in Kronach ist die Zu- und Abfahrt beispielsweise beengt", geht der Polizist auf einen Brennpunkt ein. Die Empfehlung der Polizei: Die Kinder am Kaulanger aussteigen und die paar Meter zur Schultür laufen lassen. Dann wird die Straße nicht zum Flaschenhals und der Nachwuchs muss nicht einmal die Fahrbahn überqueren. Die Realität: "Wenn's ums Kind geht, wird das alles ignoriert!"

Deshalb wird die Polizei auch gezielt diese Stelle und weitere Gefahrenpunkte in den Tagen des Schulstarts in ihren Fokus rücken. Genannt wird beispielhaft das Schulzentrum mit seinen vielen neuen Schülern sowie den Fahrern, die gerne mal die Beschilderung "übersehen" und in die Busspur einbiegen. Aber auch außerhalb der Kreisstadt sind Problembereiche bekannt.

In Küps gibt es etwa Schwierigkeiten mit parkenden Fahrzeugen. Aus Wilhelmsthal gab es jüngst Beschwerden über Autos, welche die Gehwege zustellen. "Jahrelang haben wir mündlich verwarnt, seit zwei Jahren werden solche Vergehen geahndet", erklärt ein Beamter. Dieser nächste Schritt sei leider nötig gewesen.

25 Euro Strafe

Das besagte Einfahren in die Busspur und somit die Missachtung der Beschilderung schlage mit 25 Euro zu Buche. Und natürlich "versuchen wir die Leute, die sich nicht an die Regelungen halten, dann auch darauf anzusprechen", ergänzt Anders.