Markus Klein Schon ein tolles Gefühl, wenn man sich am freien Tag nicht nur aufs Sofa flackt und Filme schaut, sondern etwas schafft. Und es gibt eine Mission: Der Reifen ist platt. Einige Mühen mit Fingern, Schlitzschraubenzieher und Behelfsholz. Ein paar Verzweiflungsschweißperlen, kleinere Fingerblessuren und größere Flecken auf der Hose später ist das Rad aus dem Rahmen und der Mantel vom Schlauch. Aufgepumpt. Das Loch schneller gefunden, als erwartet. Flicken drauf,. Stolzes Grinsen. Mundwinkel senken sich: Zweites Loch entdeckt. Die dunkle Vorahnung mit dem Schweiß von der Stirn gewischt. Die passende Wolkenkulisse zieht auf. Den im Winde verwehenden letzten Flicken in der Luft gefangen. Ein drittes Loch entdeckt. Aufgeklebt. Angepumpt. Mantel vorsichtig drüber gestülpt, dabei immer mal wieder nachgepumpt. Schweiß, Blessuren, Flecken - Das Rad ist wieder drauf. Und es dreht sich! Die Hände gerieben. Probegefahren. Vier Meter, fünf Meter. Pffff, wabb, wabb - Reifen wieder platt. Und auch die Hinterbremse zieht nun nicht mehr. Eine Minus-Erledigung quasi. Da hätte ich mal lieber auf dem Sofa einen Film geschaut. Am besten mit einem tragikomischen Helden. Aber bitte ohne so vorhersehbaren, platten Plot.