Die Außenanlagen am Rathaus können - drei Jahren nach Vorstellung der ersten Planung - nun in Angriff genommen werden. Der Gemeinderat hat am Montagabend mehrheitlich der von Marcel Ebert vom Architekturbüro ABE Coburg vorgestellten Umplanung in einer abgespeckten Form zugestimmt.

Dabei bleibt der untere Bereich des Parkplatzes unverändert, nur der Hang wird abgefangen. Über eine neue Rampe erfolgt die Zufahrt zum oberen Bereich, wo auf den Erdbohrlöchern 14 neue Parkplätze (statt 20 im Entwurf) entstehen sollen.

Schotterrasen statt Versiegelung

Dieser Lösung für die zusätzlichen Stellflächen stimmten die Gemeinderäte in ihrer Oktober-Sitzung 2020 einmütig zu, nachdem Bodengutachter Lutz Liebermann (Sonneberg) zur Verblüffung aller den Boden als sickerfähiger und somit tragbarer beurteilt hatte als ein früheres Gutachten. Ungebunden und aufgeschottert sei das Areal für Pkw-Stellplätze zu verwenden und eine Zisterne nicht nötig, befand der Experte, empfahl aber wegen der notwendigen Hangsicherung auf vier der geplanten 26 Parkplätze zu verzichten.

Weil nun eine günstigere Lösung machbar erschien, beauftragte das Gremium ABE mit der Überarbeitung. Wegen Kosten, die über 80 000 Euro über den kalkulierten 245 000 Euro lagen, hob der Gemeinderat bereits im Juni 2020 die ursprüngliche Ausschreibung auf und zog für Alternativen den Bodengutachter zu Rate. Ein Jahr zuvor hatte Ebert schon einen modifizierten Entwurf der erstmals im April 2018 vorgestellten Planung präsentiert.

Mit 219 000 Euro liegt die Anpassung nun um 25 000 Euro niedriger, inklusive einer Abgrenzung der Parkplätze durch Einzeiler oder Leistensteine (Kosten: 7000 Euro). "Zumindest für die Fahrspur würde ich das machen", empfahl Ebert. Billiger werde es nur durch Verzicht auf weitere Parkplätze. Allerdings stünde die mögliche Ersparnis bei sechs Stellplätzen weniger "nicht im Verhältnis zur Gesamtmaßnahme". "Wir machen das nicht nur, weil wir Parkplätze wollen, sondern weil wir nach der energetischen Sanierung des Rathauses mit den Sonden etwas machen müssen", erläuterte Henning Kupfer (CSU). Schon jetzt fragten viele, wie es denn da hinter dem Gebäude aussehe, bestätigte Bürgermeister Andreas Carl (DGN).

Kräußlich: "20 Parkplätze sind zu viel"

Mit Blick auf die Investition von fast einer viertel Million sahen Thomas Zapf und Max Kräußlich (beide FW) vieles noch ungeklärt: "Wir sollten uns erst über den Anbau im Klaren sein, bevor wir das Geld in die Hand nehmen", so Kräußlich. 20 Parkplätze erschienen ihm zu viel. Mit Verzicht auf die Stützmauer zum Rathaus und den Parkplätzen unmittelbar am mit L-Steinen gesicherten Hang könnten nur 30 000 bis 35 000 Euro eingespart werden, so Carl.

Mehr Modellierung werde mehr Erdarbeiten nach sich ziehen, warnte Silke Görbert-Schultheiß von der technischen Bauverwaltung. Es mache auch keinen Sinn "eine Rampe für vier Parkplätze zu bauen". Ein möglicher Rathausanbau habe nichts mit den Parkplätzen zu tun, so der Architekt. Neue Zufahrt, Beleuchtung, Abdeckung der Erdsonden, Parkplätze, Modellierung und Drainage: "Das ist eine Planung, die Sie umsetzen könne, ohne sich nachher ärgern zu müssen", warb Ebert. Der Architekt wartete auf eine grundsätzliche Entscheidung. "Wir kommen nie zu einem Ende", drängte Martin Gahn (SPD) auf eine Abstimmung. Seit drei Jahren werde diskutiert, pflichtete ihm Gunter Beetz (DGN) bei, seither zögen die Preise stetig an. Ingo Treubert (DGN) forderte ebenfalls "Nägel mit Köpfen". Geld für das Abdecken der Erdsonden und die Modellierung des Geländes müsse sowieso ausgegeben werden, befand Michael Rädlein (CSU). Für den Bürgermeister fiel die Entscheidung für die Parkplätze schon im Oktober. Carl warnte: Vielleicht werde man den Verzicht auf Stellplätze einmal bedauern.

Für die vorgestellte Planung mit 20 Plätzen votierten dann nur vier Gemeinderäte, 17 waren dagegen. Vorbehaltlich der Zustimmung des Bodengutachters fand die abgespeckte Version mit 14 Parkplätzen 15 Befürworter, bei sechs Gegenstimmen.

Zwei Nachrücker vereidigt

Zu Beginn der Sitzung wurden die Nachrücker, Christian Koch (für Werner Hanke) und Günter Tschech (für Christian Gunsenheimer, alle ÜPWG), vereidigt. Koch wird Fraktionsvorsitzender und ordentliches Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss, Tschech beide Male sein Stellvertreter. Im Bau- und Umweltausschuss tauschen beide die Positionen. Im Rechnungsprüfungsausschuss vertritt nun Anita Dorn die ÜPWG mit Koch als Stellvertreter. Wie Carl mitteilte, gehe jetzt der Breitbandausbau in Weitramsdorf in die Ausschreibung. Als Vorarbeit für den Brückenneubau in Altenhof wird dort derzeit die Wasserleitung verlegt.