Ein lebendiger Ort, um Kreatives zu schaffen, so wird die Staatliche Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim von Besucherinnen und Besuchern erlebt. Dieses Erleben gab es auch in diesem Jahr wieder anlässlich des Tages der offenen Tür und der Schulabschlussfeier. Für Michael Wimmel war es sein erstes Amtsjahr als Schulleiter dieser besonderen Schule. "Kunst ist wichtig für die Gesellschaft, ihr seid wichtig für die Gesellschaft. Gerade in Krisenzeiten brauchen Menschen einen Anker", so Wimmel in seiner Rede zu den Absolventen. Wie wichtig Kunst und das Holzbildhauerhandwerk sei, habe auch die Politik erkannt und die fünf Fachschulen für das Holzbildhauerhandwerk in Bayern als "Immaterielles Kulturerbe Bayern" aufgenommen. Die Bischofsheimer Schule sie die älteste unter diesen. Der stellvertretende Landrat Bruno Altrichter lobte die Schulfamilie: "Ihr seid ein Kleinod und ein wichtiger Bestandteil der Kunstszene im Landkreis Rhön-Grabfeld." Er versprach weiterhin Unterstützung durch den Landkreis zum Gelingen künftiger Vorhaben.

Wichtiger Bestandteil der Stadt

Bürgermeister Georg Seiffert freute sich sichtlich, dass die Skulpturenschule als wichtiger Bestandteil der Stadt sich so innovativ entwickle, und übergab als Dank durch die Stadt Bischofsheim einen Geldpreis für eine Teambuilding-Maßnahme für den Förderverein der Schule. Klassenlehrer Johannes Klüber ermutigte seine Schülerinnen und Schüler, ihren Forschergeist zu bewahren, und bedankte sich für die Erfahrungen, die er gemeinsam mit ihren individuellen Persönlichkeiten machen durfte. Den Philipp-Mendler-Preis für die überzeugendste Abschlussarbeit, überreicht durch Bruno Altrichter, erhielt in diesem Jahr Matthias Hien. Mit einer scheinbaren Leichtigkeit bespiele Hien mit seinen Skulpturen Räume. Stetige Veränderungen infolge neuer Erkenntnisse mit Ergründung der Gesetzmäßigkeiten führten bei ihm zu veränderbaren, wandlungsfähigen und raumgreifenden Skulpturen, die wiederum zusammengelegt ins "Handgepäck" passten.

Staatspreise vergeben

Den Staatspreis erhielten Mechthild Staude und Matthias Hien, die beide einen Notendurchschnitt von 1,46 erzielten. Voraussetzung für den Staatspreis ist mindestens eine 1,5. Für Hien und Staue gab es die Staatspreisurkunde, versehen mit einer finanziellen Unterstützung. Der Künstlerische Leiter Martin Bühner vergab zwei Buchgeschenke mit Belobigung für besonderes Engagement in der Schulfamilie an Belinda Büchel, sie ist im zweiten Ausbildungsjahr und an den Abschlussschüler Tobias Wächter. Nach der kurzweiligen Feier, die musikalisch von Wolfgang Miller und dem Schulchor begleitet wurde, liefen die lebendigen Werkstätten im Schulhaus und auf dem Freigelände an. Die Schülerinnen und Schüler zeigten ihr bisher erworbenes Können. Bei einem Rundgang durch das Schulhaus und das Freigelände gab es so allerhand zu entdecken: vom Zeichnen über das Modellieren bis zum Schweißen.

Die Absolventinnen und Absolventen des Jahres 2022 sind Anneliese Abdinghoff (Werne), Marie-Christine Fricke (Leipzig), Matthias Hien (Bad Münstereifel), Mechthild Staude (Templin) und Tobias Wächter (Münster).