von unserem Redaktionsmitglied 
Sabine christofzik

Jetzt beim Schreiben.Ich glaube, ich brauche es schon wieder. Warm und glitschig. Die schnelle Nummer. Direkt aus dem Topf.
Bloß nicht so laut verkünden. Könnte dem Image der Köchin schaden, der die Pastasoßen-Zubereitung gar nicht aufwendig und experimentell genug sein kann. Aber es geht nicht anders und ich bekenne: Ich esse Nudeln mit Ketchup! Von mir aus zu jeder Tageszeit. Und ich bin nicht allein.
Wer es nicht glaubt, kann die Probe aufs Exempel machen und die Frage im Freundeskreis stellen: Nudeln mit Ketchup, ja oder nein? Dann geht's aber los. Kontroverser wird über die Bundespolitik auch nicht diskutiert.
Am liebsten mit Spaghetti. Dreimal durchgebrochen vor dem Kochen. Auf das korrekte Im-Ganzen-Lassen ist gepfiffen. Muss ich mich zu Hause abmühen mit den langen Schnüren? Also!
Die Teigwaren nach dem Garen abschrecken? Halt die Klappe, Kochbuch. Kurz ins Sieb und zurück in den Topf. Da klebt nichts zusammen.
Jeder Nudeln-mit-Ketchup-Fan hat seine Rote-Pampe-Lieblingssorte. Wieviele Tomaten da wirklich drin sind, interessiert nur am Rande.
Großzügig drauf damit, auf die Nudeln. Ein ordentliches Stück Butter nicht vergessen. Geriebener Hartkäse? Jaa. Wer mag.
Echter Parmesan sollte nobler Pasta mit edler Soße vorbehalten bleiben. Gutes Porzellan
ebenso. Nudeln mit Ketchup schmecken direkt aus dem Pott am besten. Gut durchgerührt und mit dem Löffel gegessen. Pervers oder perfekt?
Und was hat das in einer Artikelserie über kulinarische Genüsse zu suchen? Alles. Denn Genuss definiert jeder für sich. Es soll sogar Leute geben, die stehen nachts auf für die schnelle Nummer aus dem Topf.
Wen das immer noch nicht überzeugt, der fragt heute einfach mal seine Freunde: Nudeln mit Ketchup, ja oder nein?