Ende März kam es im Bundestag zu einer Szene, die sich in der Nachbetrachtung das Prädikat "Wenig nachhaltig" verdient hat. Um es mal höflich auszudrücken. Damals erhoben sich die Abgeordneten von ihren Plätzen und erwiesen den vielen Helferinnen und Helfern in der Corona-Pandemie ihre Ehrerbietung. Üblicherweise passiert so etwas nur im Gedenken an Tote.

Davon gab es allein im Bereich von Pflege- und Obdachloseneinrichtungen, Krankenhäusern, Arztpraxen,Dialyseeinrichtungen oder Rettungsdiensten übrigens schon 63 infolge einer Corona-Infektion. Neben warmen Worten hätten sich die Betroffenen praktische Unterstützung vorstellen können.

Im Pflegebereich beispielsweise kämpfen viele Frauen und Männer um eine Anerkennung ihrer Corona-Infektion als Berufskrankheit. Die viel diskutierte Prämie für Klinikkräfte kommt zwar, aber sie wird nicht einmal ein Viertel der 440.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichen. Bei den laufenden Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienstes sieht es nicht nach einem vernünftigen finanziellen Ausgleich aus. Viele Pflegerinnen und Pfleger sehnen zudem schon seit Jahren mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit in ihrem Arbeitsleben herbei. Die Politik ist zuvorderst gefordert, diesen für unser reiches Land so peinlichen Missstand schnellstens zu beheben. redaktion@infranken.de