An Material für einen erfolgreichen Schulstart ihrer Kinder haben hierzulande Mütter und Väter im letzten Monat einiges besorgen müssen. In der Regel hatten sie dabei keine Probleme. In Tansania stellt sich die Situation anders dar. Dort fehlt vielen Familien im Eastern District der Diozöse Meru, dem Partnerdekanat des evangelischen Dekanats Michelau, das Geld für Schreibmaterial ebenso wie für das zur Schulspeisung vorgeschriebene Essgeschirr. Dank der seit Jahren von den deutschen Partnern organisierten Schulrucksack-Aktion werden alle Erstklässler im Eastern District mit allem Notwendigen ausgestattet, unabhängig von ihrer Konfession oder Religion, ihrem Geschlecht oder ihrer Herkunft.

In diesem Jahr mussten die Erstklässler im Partnerdekanat lange auf die ersehnten Rucksäcke warten. Das lag nicht daran, dass erstmals die Rucksäcke vor Ort gekauft und gefüllt wurden. Vielmehr öffneten die Grundschulen wegen der Corona-Pandemie erst im Sommer, noch nach den weiterführenden Schulen, ihre Pforten. Rechtzeitig hatten die tansanischen Mitglieder des Partnerschaftskomitees, verstärkt durch Mitarbeiter des Dekanatsbüros, die Behältnisse mit allen für den Schulalltag notwendigen Accessoires gepackt.

Lokaler Handel wird unterstützt

"Ich danke allen Komitee-Mitgliedern von Herzen, dass sie sich im letzten Jahr dazu entschlossen haben, die Rucksäcke hier in Tansania zu besorgen und zu bestücken", schrieb Dekan Anathe Pallangyo an die Partnerschaftsbeauftragte Veronika Flierl (Burgkunstadt). Insbesondere durch Covid-19 mit all seinen Folgen habe sich diese Entscheidung als richtig erwiesen. "Sonst wäre es durch die Pandemie bestimmt schwierig geworden, rechtzeitig alles nach Tansania zu transportieren."

Beim Besuch einer Delegation aus Michelau im Frühjahr 2019 hatten die deutschen Partner angeregt, alles vor Ort zu besorgen und zu konfektionieren, um den lokalen Handel zu unterstützen und andererseits Transport- und Zollkosten zu sparen.

Vorher hatten viele Schulen, aber auch Firmen und einzelne Personen die Aktion unterstützt, indem sie die Rucksäcke finanzierten oder selbst packten. Auf finanzielle Hilfe ist die Aktion aber angewiesen. Eventuelle Überschüsse fließen in die Bildungsarbeit im Partnerdekanat, zum Beispiel in die Schulbildung von Mädchen, deren Familien sich die Gebühren nicht leisten können.

Begeisterte Schulanfänger

Wenn auch die Corona-Pandemie in diesem Jahr einiges durcheinandergewirbelt hat: Unverändert groß war 2020 die Begeisterung der Schulanfänger im Partnerdekanat, als sie zum ersten Mal ihren Rucksack in Händen hielten. Und da auch ihre Eltern und Lehrer sehr dankbar über die Unterstützung aus Deutschland sind, hoffen Veronika Flierl und der für die Missionsarbeit im Dekanat zuständige Pfarrer Kornelius Holmer (Zapfendorf) auf eine erneut erfolgreiche Schulrucksack-Aktion 2020. Holmer: "Die Schulrucksackaktion ist Hilfe, die ankommt!" Flierl ergänzt: "Wir führen die Maßnahme in diesem Herbst bereits zum zehnten Mal durch und hoffen auf ausreichende Unterstützung." Erneut werden von Gemünda bis Redwitz und von Tambach bis Zapfendorf die Spenden gesammelt und in der Diözese Meru die Ranzen gekauft und gepackt. 18 Euro kostet das Utensil für den gelungenen Schulstart. "Dieser Preis existiert schon seit Jahren und konnte auch gehalten werden, seit der Rucksack in Tansania gekauft und gepackt wird", sagte Holmer. Spenden nehmen alle Pfarrämter im Dekanatsbezirk entgegen. Wer direkt Bildung und Zukunft verschenken möchte, kann dies über das Spendenkonto des evangelischen Dekanats Michelau tun (Konto: Sparkasse Coburg-Lichtenfels, IBAN DE43 78350000 0000 1002 71; BIC BYLADEM1COB). bkn