Gebetsmühlenartig wiederholt der Bund Naturschutz im Landkreis Forchheim seit 2010 seine Forderung, den gewerblichen Kanu-Tourismus auf der Wiesent einzudämmen. Gehör fand er bei den zuständigen Behörden im Landratsamt Forchheim aber nicht. Deshalb zog der BN vor das Verwaltungsgericht Bayreuth. 28 000 Kanufahrer in 22 Wochen seien einfach zuviel, so der BN. Ähnlich wie Kletterfelsen, die zur Brutzeit der Vögel gesperrt sind, solle auch auf der Wiesent Rücksicht auf die Flora und Fauna genommen werden

Tatsächlich gab das Verwaltungsgericht in Bayreuth dem Naturschutz Vorrang und verfügte, dass die gewerbliche Nutzung der Wiesent von ortsansässigen Kanuverleihern bis zum 15. Juni einzustellen sei. Eine Lücke, die auswärtige Bootsfahrer nutzten. Fischereiaufseher beobachteten rund hundert nicht gekennzeichnete Boote eines auswärtigen Kanuverleihers, die auf dem extra geschützten Abschnitt zwischen Muggendorf und Ebermannstadt unterwegs waren. Legitim, so die Juristen, denn die private Nutzung der Wiesent sei grundsätzlich erlaubt. Wie es weiter geht, soll ein in Auftrag gegebenes Gutachten klären. JH