Norbert Neugebauer

Mit viel Spaß und spritzigen Ideen arbeiteten Rudolf Ruf und seine 15 Akteure ein markantes Stück Nordhalbener Geschichte im neuen Theaterspiel "Allerhand Frieden im Wirtshaus" auf.
Rund 100 Zuschauer durften, begrüßt von Landsknecht-Spielleuten, am Freitagabend die Generalprobe im idyllischen Wirtshof des früheren Gasthauses "Wiener" (Goldener Löwe) genießen. Eingerahmt von der alten Scheune, im Hintergrund das alte Amtshaus und der Kirchturm, boten die Amateurdarsteller eine abwechslungsreiche Vorstellung. Mit dabei waren auch sieben "Veteranen", die die Beteiligten des historischen Friedens im letzten Theaterstück spielten.
Erstmals auf den Bühnenbrettern standen junge Mitwirkende der Kerwagesellschaft, die im Jahre 1650, als sich Nordhalben langsam von den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges erholte, ihre eigene Gründung spielten.
In dem flotten Stück, das im Wirthaus "Zum Frieden" inszeniert wurde, ließen sich die "Gunga" von den damaligen Hauptakteuren, dem Reußischen Amtsschösser Nicol Eschca (dargestellt von Peeter Oppel aus Bad Lobenstein), dem Kronacher Stadtkommandanten Gottfried Hans von Morach (Hans Götz aus Kronach) und dem Nordhalbener Vogt Heinrich Förtsch (Uwe Witurka aus Nordhalben) erzählen, was sich damals zutrug. Als resolute Wirtin Osanna (Julia Schnura) und deren Freundin Emilia (Tina Simon) sowie den beiden ehemals religiös entzweiten Bürgerinnen Margrete (Ingrid Neugebauer) und Dorothea (Susanne Erdmann) waren weitere bewährte Schauspielerinnen anno 2014 am Werk, die die Geschichte fortschrieben. Alle hatten überlebt und zueinandergefunden. Sie gaben der Jugend eine entscheidende Erkenntnis mit auf dem Weg: "Ohne Vergangenheit keine Zukunft". Bis es jedoch soweit war, ging es turbulent zu. Zwei verführerische "Hübschlerinnen" tauchten auf und vernaschten zwei der jungen Burschen. Auch das "Kerwa-Lied" wurde nebenbei erfunden.
Die Uraufführung fand am Sonntag im Rahmen des dritten Nordwald-Spektakulums vor einem erneut begeisterten Publikum statt. Dazwischen wurde in anderer Besetzung am Samstag eine Kurzversion des "Nordhalbener Friedens" nachgespielt.