Nur rund 20 Interessierte fanden sich neben einigen Stadträten und Mitarbeitern der Verwaltung am Donnerstagabend zur Bürgerversammlung in der Dr.-Stammberger-Halle ein. Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) wartete zunächst mit einigen Zahlen auf. So erfuhren die Besucher, dass in der Stadt derzeit 26 391 Menschen leben. Dies sei "zum ersten Mal wieder eine kleine Steigerung". Auch die Geburtenzahl liege mit 624 über der Zahl der Sterbefälle mit 588.

Die Kinder standen auch im Fokus der weiteren Ausführungen des OB: "Wir tun alles, um unseren Kindern ein schönes und vitales Leben in unserer Stadt zu ermöglichen."

Bedarf an Betreuung steigt

Die Betreuungsquote aller im Stadtgebiet wohnhaften Jungen und Mädchen im Krippenalter betrage 55 Prozent - bei wachsendem Bedarf. Für die Grundschulen seien bereits 128 CO 2 -Sensoren sowie 50 mobile Luftreinigungsgeräte angeschafft worden, weitere 245 Geräte habe man für die städtischen Schulen geleast.

Um sich den Bedürfnissen der Jugendlichen zu widmen, werde es bald auch in Kulmbach eine Zukunftswerkstatt des Kreisjugendrings geben. "Alle interessierten Jugendlichen werden, sobald es Corona zulässt, zu einer interaktiven Abendveranstaltung eingeladen, bei der sie ihre Wünsche und Ideen vorbringen dürfen", erklärte Lehmann. Jürgen Ziegler, Geschäftsführer des Kreisjugendrings, ergänzte, dass sich die Monate Februar und März als Start für eine Zukunftswerkstatt bewährt hätten.

Ein weiteres Thema war der Tourismus in der Stadt Kulmbach, wobei die Erweiterung des Wohnmobilstellplatzes herausgestellt wurde.

Wie es denn nun mit der Erschließung der Plassenburg mit einer Standseilbahn aussehe, wollte Karl-Heinz Hauck aus Katschenreuth wissen. Hier liege der Ball aktuell bei den Fraktionen, die das Thema ausführlich diskutierten, sagte OB Lehmann. "Sobald mir die Ergebnisse dieser Gespräche vorliegen, können wir diese doch kostenintensive Lösung weiter ausloten."

Generell sollte es aber eine bessere Beschilderung für touristisch interessante Anlaufstellen in der Stadt geben, meinte Helga Uhlemann.

Ein weiteres Thema, das die Bürger beschäftigte, war die Verkehrssituation im Bereich Spiegel und Wolfskehle. "Seit dem Abriss des ‚Schwanenbräu' und dem Bau des neuen Anwohnerparkplatzes wird es im Spiegel oft gefährlich eng", erklärte Anwohner Hans Kull. Der städtische Parkplatz mit 16 Plätzen sei mit nur wenigen Autos belegt, die Straße hingegen zugeparkt, oft sei nur noch eine Fahrbahn frei. Sein Vorschlag war, den Parkplatz für alle Bewohner des Spiegel kostenlos freizugeben. "Wir haben uns das lange überlegt, denn die Stadt hat hier viel Geld investiert", antwortete Ingo Wolfgram, Leiter des Tiefbauamts. Die Erfahrung zeige, dass die Anwohner am liebsten direkt vor ihren Häusern parken.

Ein weiterer Knackpunkt sei: "Nehme ich die Autos von der Straße weg, wird die Fahrbahn breiter und die Autos fahren wieder schneller. Dort gibt es einen Kindergarten, und Anwohner beschweren sich dann über die Raser." Man müsse immer an die Kehrseite einer solchen Maßnahme denken.

Adventsmarkt findet statt

Zum Schluss seiner Ansprache, in der Ingo Lehmann über das Überflutungskonzept der Stadt Kulmbach ebenso informierte wie über den Universitätscampus, Energieversorgung, Straßenzustände, Schlachthof, Kultur oder das Entwicklungskonzept für das Kaufplatzgelände, verwies er noch auf bevorstehende Veranstaltungen in der Stadt. "Ich freue mich, dass wir unseren Adventsmarkt am ersten Adventswochenende veranstalten können." Außerdem warb er für den Herbstmarkt auf dem Eku-Platz und für den verkaufsoffenen Sonntag an diesem Wochenende.