Biotope sind gut, aber sie nutzen bedrohten Arten nichts, wenn sie begrenzt sind. Eine gewisse Lösung stellen Biotopverbunde dar, also ein Netz von Biotopen. Der Aufbau von Biotopverbunden ist ein Kernpunkt im Ökokonzept, das Frank Reißenweber für Großheirath entwickelt hat. Wie das konkret aussehen könnte, stellte der Beauftragte dem Gemeinderat in der Sitzung am Mittwoch vor. Seit dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" müssen sich bayerische Kommunen mit diesem Thema befassen.

Ausgangspunkt in Großheirath sind überwiegend große Waldflächen - Wirtschaftswälder mit Nadelgehölzen und kleine Parzellen mit Laubbäumen. Und damit kommen die Landwirte ins Spiel. Denn Naturschutz und Biodiversität funktionieren nicht ohne Einbeziehung der Bauern. Das stellte auch Frank Reißenweber fest. Deshalb sind für Großheirath "produktionsintegrierte Naturschutzmaßnahmen" auf gemeindeeigenen Flächen geplant. Geschulte Ansprechpartner sollen vor Ort in der Gemeinde ein Auge auf die Pflegemaßnahmen haben, damit diese auch fachgerecht ausgeführt werden. Nach dem neuen Naturschutzgesetz sollen bis zum Jahr 2030 auf etwa 15 Prozent der Flächen Biotopverbunde entstehen. Geschehen soll dies laut Reißenweber, indem zunächst zehn Prozent des Waldes aus der Nutzung herausgenommen werden, damit Naturwaldzellen entstehen.

Die Gemeinde müsse die Rahmenbedingungen für ihr Ökokonzept entwickeln, forderte der Fachmann auf.

Bürgermeister Udo Siegel regte an, damit sollte sich der erst kürzlich ins Leben gerufene Klimabeirat beschäftigen. Die Mitglieder des Klimabeirats sind Andreas Lorenz (FW), Wolfgang Schultheiß (CSU), Stefan Dinkel (SPD) und Jonas Stüllein (Bündnis 90/Grüne). Ihre Auftaktversammlung soll Ende des Monats sein, kündigte Bürgermeister Siegel an. Frank Reißenweber beruhigte: "Wir müssen nicht bei null anfangen, es gibt hier bereits gute Grundlagen." Wolfgang Schultheiß gab aus Sicht der Landwirte zu bedenken, dass mit dem Ökokonzept keine überbordende Bürokratie entstehen dürfe, die die Arbeit der Landwirte erschwere. "Wir müssen mehr mit der Landwirtschaft zusammenarbeiten."

Die Sanierung und der Ausbau der Gemeindestraßen "Mittelholz, Hirtenberg und Fuchsgraben" sollen mit der Erneuerung der Wasserleitung und des Regenkanals verbunden werden. Andreas Ziener vom Ingenieurbüro Koenig + Kühnel stellte drei mögliche Ausbauvarianten vor. "Wie wir festegestellt haben, ist die Wasserleitung sehr alt und in einem schlechten Zustand, der Regenwasserkanal ist baufällig", sagte Ziener. Das werde alles in einer Maßnahme in Schuss gebracht werden, bevor eine neue Straßendecke aufgebracht werde. Noch ungeklärt sei, wie die Randbereiche gestaltet werden sollen und ob Platz für einen Gehsteig sei. Im Gremium diskutierte man darum herum, ob die Bordsteine belassen oder neue gesetzt werden sollten, und wenn ja, aus welchem Material. Wäre eine "Homburger Kante" nicht ansprechender und würde sie nicht gut als Anschluss zur Dorferneuerung passen? Es wurde sehr schnell klar: Das ist alles eine Frage der Kosten, und der Gemeinderat entschied sich für Bordsteine aus Beton. Die Anlieger sollen aber erst dazu gehört werden.

Wiederkehrendes Thema: ein mögliches Konzept für eine Freiflächenphotovoltaikanlage bei Gossenberg. Das stellte die Projektentwicklerin Lone Werner von der Firma Greentech aus Hamburg vor. Auf dem sechs Hektar großen Areal zwischen Neuses und Gossenberg könnte Strom für rund 2000 Haushalte erzeugt werden, sagte sie. Neben weiteren technischen Einzelheiten interessierte die Gemeinderäte, ob eine Bürgerbeteiligung möglich sei. Werner antwortete: "Grundsätzlich ja, aber Einzelheiten müssten zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden." Udo Siegel sagte, mit diesem dritten Projekt wolle man sich zunächst orientieren. Erst später solle darüber entschieden werden - und dann nach einem konkreten Bewertungsschema.

Die Firma Gottfried Tonwerke GmbH beabsichtigt, die "Unteren Grube" zu verfüllen, damit sie nach dem Ende des Abbaus wieder anderweitig genutzt werden kann, ähnlich, wie bereits bei der "Oberen Grube" schon geschehen. Bergbaurechtliche Belange sind bereits geklärt und die Gemeinde wird am Verfahren beteiligt. Laut Beschluss werden grundsätzlich keine Einwände gegen die Wiedernutzbarmachung erhoben. Die Ableitung des Oberflächenwassers müsse sichergestellt werden, damit es nicht zu Überflutungen innerorts kommt, meinten die Gemeinderatsmitglieder. Der Röthengraben könne aufgrund der Verrohrung kein zusätzliches Wasser aufnehmen.