Johanna Blum

Der Vorstand kam gleich zum Kern der Sache. Die erste Vorsitzende Sabine Köhler-Huter erklärte dem VdK-Kreisvorsitzenden Karl-Heinz Bauer, der Kreisgeschäftsstellenleiter Peter Keim sowie zweiter Bürgermeisterin Jutta Köhler sowie den Mitgliedern den Grund der außerordentlichen Versammlung. "Neuwahlen wurden notwendig, weil wir keine beschlussfähige Vorstandschaft mehr haben", erklärte diese.
Ihr Rückblick umfasste nur das Jahr 2017, denn die turnusmäßige Jahreshauptversammlung mit dem dann ausführlichem Jahresbericht sowie dem Kassenbericht erfolgt im Frühjahr 2018. So beschränkte sich die Vorsitzende auf die jetzigen Zahlen. 363 Mitglieder sind im VdK-Adelsdorf. 25 von denen waren bei der Sondersitzung anwesend. Köhler-Huter erzählte stolz von den Dialog-Vorträgen, von den Besuchsdiensten, die sie aber kaum noch stemmen kann, und von der "Herbergsuche". Die Tage der alten Schule in Aisch in der bestehenden Form seien gezählt und so suche man verzweifelt nach Ersatzräumen. Nur ein Problem unter vielen. Zu wenig Besucher, zu wenig aktive Vorstände. Aber auch das große Problem, dass die ehemalige Küchenmannschaft des VdK aus Altersgründen seit Sommer nicht mehr aktiv ist. "Weitere ehrenamtliche Helfer fehlen einfach!"


Viele Probleme

Nach langer Suche, fand man als besten Ersatz das AWO-Heim in der Aischer Straße. Aber auch hier gebe es Probleme, denn die vielen Treppen zum gemütlichen Gastraumkönne kein Behinderter überwinden. Aus dem "Donnerstagstreff mit Abendessen" wurde ein "Montagstreff ohne Abendessen". Die Probennachmittage sind nun vorbei. Hauptsächlich die Männer hatten das AWO-Heim zum Karteln aufgesucht.
Die meisten Frauen hingen zu sehr am alten Domizil. Auch fehle der ehrenamtliche Fahrdienst, der am Montag nicht eingeplant war. Im AWO-Heim gab es halt "nur" Kaffee und Kuchen, wobei sich vier Ehrenamtliche der AWO liebevoll um die neuen Gäste kümmerten.
Peter Keim sagte zu den Finanzen, dass der VdK Adelsdorf nicht schlecht dastehe, obwohl er im wirtschaftlichen Betrieb im Minus ist. Es fehlen seit dem Ortswechsel die Einnahmen für Getränke, Kaffee und Kuchen vom Donnerstagstreff. "Das wird sich auf lange Sicht bemerkbar machen", sagte Keim.


Auf hohem Niveau gearbeitet

Doch bevor es zu den angestrebten Neuwahlen ging, ergriff Karl-Heinz Bauer das Wort. "Um neu zu wählen, muss der ganze Vorstand zurücktreten. Da dies aber nicht der Fall ist, kommt es natürlich nicht zu Neuwahlen und es bleibt erst einmal bis Jahresende alles beim Alten." Er lobte die Aktiven: "Euer Ortsverein hat die letzten Jahre auf hohem Niveau gearbeitet. Es war Wahnsinn, was ihr gemacht habt."
Im Gegensatz zu den Ausführungen der Vorsitzenden sehe er rege Aktivitäten. Auch um die Barrierefreiheit sei es im Vergleich zu anderen Ortsgruppen nicht allzu schlecht bestellt. Er appellierte an den Vorstand, sich einmal zusammenzusetzen, gerne auch mit ihm, um zu beratschlagen, wie man den Vorstand und die ehrenamtlichen Helfer entlasten kann.
"Muss man einen Besuchsdienst haben? Muss man ein Abendessen kochen?" Diese Fragen stellte er in die Runde. Auf die Frage, wer im Vorstand arbeiten will, hob allerdings niemand die Hand.
Jutta Köhler appellierte ebenfalls im Sinne der Gemeinde: "Unser Ortsverein hat wirklich auf sehr hohem Niveau gearbeitet. Das ist nicht die Regel!" Auch sie riet, sich einmal zu überlegen, wo man in Zukunft weniger leisten will oder kann. "Schraubt alles ein bisschen runter, reduziert die Arbeit. Es wäre schade, wenn es keine Vorstandschaft mehr gäbe", mahnte sie. Sollte es keine neue Vorstandschaft geben, würde der Kreis Adelsdorf übernehmen.
"Wollt ihr das?", fragte Bauer in die Runde. Man solle doch einfach das Treffen auf kleinerer Flamme laufen lassen. Mit diesem Vorschlag waren alle zufrieden, unter der Bedingung, dass man sich wieder jeden Donnerstagnachmittag im alten VdK-Heim treffe, bis das Schicksal der alten Schule besiegelt ist.
Ein Arbeitskreis befasse sich mit dem Thema, die Abrissbirne sei noch nicht bestellt, sagte die 2. Bürgermeisterin. Einzig die hohen Unterhaltskosten in dem schlecht isolierten Gebäude sollten noch gelöst werden, was mit der Gemeinde geklärt werden muss.


Weihnachtsfeier steht an

Nach einer Abfrage, wer bis zum Status quo im Heim am Uttsberg bleiben möchte, meldeten sich alle Mitglieder. Also treffen sich ab kommenden Donnerstag (30. November) alle interessierten VdKler wieder im alten Heim bei Kaffee und Kuchen, was die eifrige ehemalige Köchin Christine Schmidt weiterhin gerne organisiert.
Ganz am Ende der Versammlung wurde doch noch mit Rosa-Maria Dresel die vakante Stelle der Schriftführerin neu besetzt. Sie hilft auch gelegentlich ein wenig mit beim Bewirten, eine kleine Entlastung für die Vorsitzende, deren Bedenken trotz allem nicht ganz aus der Welt geschafft werden konnten. Aber es geht zumindest einmal weiter. Zum Schluss lud Köhler-Huter alle Mitglieder zur Weihnachtsfeier am 17. Dezember um 11.30 Uhr in die 3Kronen ein.