von unseren Redaktionsmitgliedern 
Katharina Feulner
und Alexander Hartmann

Stadtsteinach — Über den anhaltenden Schneefall der vergangenen Tage haben sich viele Wintersport-Fans gefreut. Wer Ski- oder Snowboardfahren will, muss aber ins Fichtelgebirge oder in eines der großen Skigebiete reisen. Im Landkreis Kulmbach geht nämlich nichts.
Die Zahl der Hänge, an denen Wintersportler auf ihre Kosten kommen, wird sowieso immer kleiner. In Römersreuth wurde der Liftbetrieb endgültig eingestellt, wie Anni Kremer von der Betreiberfamilie mitteilt. Nicht nur der Schneemangel der vergangenen Jahre, auch Altersgründe hätten die Familie zu dem Schritt gezwungen.
In Zultenberg wird der Betrieb in dieser Saison aller Voraussicht nach krankheitsbedingt nicht aufgenommen. Ob es am Görauer Anger in den nächsten Jahren überhaupt weitergeht, steht in den Sternen.

Noch zu dünn

Auf anhaltende Schneefälle hofft man in Heinersreuth bei Pres seck. "Bei uns liegen 15 bis 20 Zentimeter. Wir bräuchten noch einmal 20 Zentimeter", sagt der dortige Liftbetreiber, Baron Ludwig von Lerchenfeld. Die Schneedecke sei momentan noch zu dünn, um die Piste walzen zu können. Lerchenfeld hofft, dass der 400 Meter lange Hang am kommenden Sonntag befahren werden kann. "Es soll zunächst ja weiter schneien. Dann soll es aber wieder wärmer werden. Wir hoffen, dass es uns nicht wieder rein regnet."

Nur über 1500 Meter?

Lerchenfeld ist der festen Überzeugung, dass der Wintersport in unseren Breiten keine Zukunft hat. "In einigen Jahren wird der Skibetrieb wohl nur noch in Höhen von über 1500 Metern möglich sein", glaubt der Baron, der in Deutschland mittelfristig eine ähnliche Wetterlage wie heute in der Toskana erwartet. So lange es möglich ist, soll in Heinersreuth das Wintersport-Angebot aber unterbreitet werden. Das, so von Lerchenfeld, sei aber immer schwerer zu finanzieren. "Im letzten Jahr hatten wir keinen Tag geöffnet. Das war desaströs", erklärt der Baron, der darauf verweist, dass jährlich ein hoher vierstelliger Betrag für die Wartung und die TÜV-Abnahme fällig wird.
Etwas rosigere Aussichten haben die Langlauf-Fans, ist für den Loipenbetrieb doch eine etwas geringere Schneeauflage ausreichend. Zwar wurde in Marktleugast der Betrieb endgültig eingestellt. Auch dort wird der mangelnde Schnee der vergangenen Jahre als ein Grund angeführt. "Wir haben auch kein Spurgerät, um die Loipen zu präparieren", sagt Sigrid Bittermann, die Sekretärin von Bürgermeister Franz Uome.

Der Schnee wird verweht

In Zultenberg, Kupferberg, Presseck und Walberngrün sollen Langlauf-Fans aber weiter ihre Runden drehen. In der Bergstadt fehlen noch etwa 15 Zentimeter, um die Loipen spuren zu können. "Es geht bei uns sehr oft über Felder. Da wurde der Schnee verweht", sagt Fritz Dumler, der Vorsitzender des Skiclubs ist. Das gleiche Problem hat man bei Zultenberg. "Die Auflage am Görauer Anger ist noch viel zu gering", so der Vorsitzende des dortigen Skiclubs, Klaus Amschler.
Allein am Walberngrüner Gletscher ist Langlauf möglich. Wie Wilfried Vogel mitteilt, sind die Loipe 1 mit 1,5 Kilometern und die Gletscherloipe 5 mit zwei Kilometern Länge schon geöffnet. Es sei jedoch nur klassischer Langlauf möglich. Für den Skating- und Nachtloipenbetrieb benötige man noch mehr Schnee und Frost. "Vielleicht geht es ab Neujahr. Dann wäre auch Hüttenbetrieb", sagt Vogel. Die Hütte werde - wenn das Wetter mitspielt - jeden Sonntag ab 13.30 Uhr geöffnet sein.