Im Zuge der Aufgaben(ver)teilung im Landkreis verfügt die Feuerwehr Ebersdorf seit nahezu einem Jahrzehnt über die Ausrüstung zur "Personenrettung nach Bergsteigerart". "Die bislang nur für Übungszwecke zum Einsatz gekommen ist", unterstrich Kreisbrandinspektor Stefan Zapf vor den im Betriebshof der Franz Hofmann Bau in der Thüringer Straße versammelten zahlreichen interessierten Einwohnern. Im Rahmen der traditionellen Einsatzübung zum Abschluss der Kirchweihtage demonstrierten die Absturzsicherungsgruppe Ebersdorf in Gemeinschaft mit Aktiven der Feuerwehr und der BRK-Bereitschaft Sonnefeld den aufwendigen Einsatz der als Schleifkorbtrage beschriebenen Rettungseinrichtung.
Nach der Idee von Kommandant Dirk Bauer galt es, nach einer angenommenen Zementstaubexplosion einen verletzten Betriebsangehörigen aus dem Bedienerturm der Betonmischanlage möglichst schonend auf den Boden zu bringen. Vor Ort, in schwindelnder Höhe, prognostizierte der Notarzt eine Rückenverletzung, die die Bergung über das Leiternsystem des Turms sowie eine "zügige, aber schonende Rettung" erforderte. "Da reicht auch der Einsatz unserer mitgeführten 8-Meter-Steckleiter nicht aus. Höhenangst muss außen vor bleiben", stellte Kommandant Bauer resignierend fest.
Über die Lautsprecheranlage erläuterten Gruppenleiter Christian Gollan (Ebersdorf) und Kommandant Dirk Bauer (Sonnefeld) inzwischen die erforderlichen Schritte zum Einsatz der Spezialausrüstungen wie wannenförmiger Rettungstragekorb, Vakuummatratze, doppelte Seilsicherungen, Anlegen des personensichernden Gurtsystems oder der aus Fernsehserien bekannten roten Bergsteigerhelme.


Schon filmreif

Über Funk hielten Arzt und Sanitätskräfte aus luftiger Höhe Kontakt mit dem Bodenpersonal, bis die vielfach gesicherte Tragewanne mit Silvja Höhn (sie hatte sich als verletztes Opfer zur Verfügung gestellt) schließlich filmreif und zeitaufwendig etwa eineinhalb Stunden nach der Alarmierung über die am FW-Einsatzfahrzeug befestigte Seilsicherung zu Boden schweben konnte.