Die Herbergssuche wird für die Kolpingsfamilie Münnerstadt zum jährlichen Ritual. Erneut stellt sich die Frage, wo die Faschingssitzungen der kommenden Session stattfinden sollen. Noch immer hoffen die Verantwortlichen des Elferrates, dass vielleicht doch die Alte Aula angemietet werden kann. Doch die Karten dafür scheinen nicht gut zu stehen.
Deshalb hat die Kolpingsfamilie auch eine Anfrage an den Landrat gerichtet, wer denn nun eigentlich die Regeln für die Vermietung der Alten Aula aufstellt - die Stadt als Pächter oder das Landratsamt. Eine Antwort steht allerdings seit Mitte Juni aus, so Wilhelm Schmitt vom Münnerstädter Elferrat.
Problem scheint die historische Stuckdecke zu sein. Diese verträgt nach Angaben von Bürgermeister Helmut Blank das "rhythmische Hüpfen" nicht, das im Fasching üblich ist, wenn die Tanzgarden auf der Bühne stehen. Bei Hochzeiten - dafür wird der Saal regelmäßig genutzt - sei mit diesem gleichmäßigen Tanz-Erschütterungen nicht zu rechnen, so Blank.
Das geschehe in Absprache mit dem Landratsamt.Von der Pressestelle des Landratsamtes ist indess zu erfahren, dass die Vermietung der Alten Aula in den Händen der Stadt Münnerstadt liegt. Helmut Blank betont, dass die Stadt der Kolpingsfamilie mit der Mehrzweckhalle und den beiden Turnhallen der Volksschule Alternativen anbiete. Auch den Bürgerbus würde man für den Transport der Gäste zur Verfügung stellen. In den meisten Orten sei es üblich, dass Faschingsveranstaltungen in Turnhallen stattfinden, so Blank. Das Angebot stehe auf jeden Fall.


Innenstadtlage ist idealer

Die Kolpingsfamilie dagegen würde nach Aussagen von Wilhelm Schmitt gerne in der Alten Aula bleiben, weil sie sich in diesem Jahr - da gab es eine Ausnahmegenehmigung - bewährt habe. Außerdem wolle man den Besuchern lange Fußwege ersparen. Eine Lokalität in der Innenstadt sei ideal. Und bei der Alten Aula stimme das Ambiente. Weshalb ausgerechnet die Faschingssitzungen problematischer sein sollen als Hochzeiten, bei denen auch Bands spielen, kann Wilhelm Schmitt nicht nachvollziehen.


Jugendhaus steht weiter leer

Immer noch trauern die Kolpingmitglieder dem Jugendhaus nach. Auch dort hat man bereits angefragt und erneut eine Absage erhalten. Im Jugendhaus fanden über viele Jahre die Sitzungen statt. Nun steht es leer, und auch die Pläne mit der Flüchtlingsunterkunft scheinen sich zerschlagen zu haben. Das Jugendhaus steht weiterhin leer, eine neue Nutzung ist nicht in Sicht. Dass die Augustiner dennoch nicht vermieten, erklärt Pater Markus Reis damit, dass für das Gebäude keine Schankkonzession mehr existiert. Außerdem hätte der Orden wegen des Brandschutzes Bedenken, die Räume zu vermieten.
Auch hier tut sich Wilhelm Schmitt mit der Erklärung schwer, denn anderswo könnten leerstehende Räume problemlos angemietet werden. Die Schankgenehmigung beantrage ohnehin der Verein, so Schmitt.
So bleibt es weiter spannend, wo im nächsten Jahr Fasching gefeiert wird. Schmitt hofft, dass Anfang September eine Lösung gefunden wird. Die Garden sind auf jeden Fall schon eifrig am Trainieren.