Recht zuversichtlich, doch noch vernünftige Lösungen zu finden, zeigte sich Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) in Mainklein und Mainroth. Hintergrund der Besuche waren einmal mehr die Überlegungen der Deutschen Bahn, Übergänge in den beiden Ortschaften zu schließen.

Die Bürger hatten dabei die Möglichkeit, mit dem zuständigen Projektingenieur der Bahn, Sebastian Buttstädt, über die Sachlage zu diskutieren. Er ging auf die Arbeiten an den Bahnübergängen in der Vergangenheit ein. Er räumte den Fehler ein, dass die sehr alten Übergänge jeweils nur technisch neu gesichert worden waren. Dennoch wäre eine Verbreiterung des westlichen Übergangs vom Platz her nur schwer möglich.

Ein entscheidendes Kriterium für eine Entscheidung sei für ihn auch die Verkehrsbelastung, so Buttstädt. So seien Unfälle in diesen Bereichen immer auf Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer zurückzuführen gewesen.

Unterschwellig war schon herauszuhören, dass die Bahn den unteren Mainkleiner Bahnübergang schließen will. Doch gerade das Thema Sicherheit beschäftigte die Mainkleiner sehr. So empörte sich Patrick Marr darüber, dass Busse oder Laster, die Mainklein nur vom oberen Bahnübergang anfahren können, im Ort wenden müssten, was sehr gefährlich sei. Für eine Verbreiterung des Bahnübergangs wäre er sogar bereit, als Anlieger seinen Grund und Boden zur Verfügung zu stellen.

Den Hinweis Buttstädts auf die hohen Kosten der Verbreiterung konterten die Bürger sofort. Man könne nicht nur über Geld reden, ärgerte sich Ingrid Kohles. Sie bedauerte, dass die Bürger nicht miteinbezogen worden waren.

Was die Brücken angeht, kam die Frage auf, welche Alternativen es überhaupt gebe. Eine Überführung wäre nur schwer umsetzbar, hieß es. Julia Pülhorn brachte das auf den Punkt: " Uns wird ständig das Gefühl gegeben, dass die wirtschaftlichen Belange der Bahn wichtiger sind als die Anliegen und die Sicherheit der Bürger."

"Alternativangebot steht"

MdB Emmi Zeulner nannte die Sorgen der Bürger absolut nachvollziehbar und sicherte ihre Unterstützung zu. Noch sei schließlich nichts in Stein gemeißelt. Für einen weiteren Erörterungstermin solle nochmals alles aufgearbeitet werden. "Ein Alternativangebot unserer Seite steht", meinte Julia Pülhorn. Wie es nun weitergeht, werden weitere Prüfungen zeigen müssen.

Nur 900 Meter Luftlinie entfernt, ging es dann in Mainroth um das gleiche Thema. 20 Jahre werde nun schon diskutiert, geschehen sei nichts, meinte Günter Knorr verärgert. Von eine möglichen Übergangsbrücke zu den zu bearbeitenden Wiesen und Feldern südlich der Bahn halte er nichts, da diese zu weit von den landwirtschaftlichen Anwesen etfernt liegen würde. Sebastian Buttstädt sagte, dass der Bahnübergang Horlache auf keinen Fall so bleiben solle.

Und eine weitere Frage beschäftigte die Mainrother: Was passiert, wenn eine Umgehung für Mainroth und Rothwind- Fassoldshof gebaut wird? Hier war zu hören, dass es schon Gespräche gegeben habe, auf der Gemeindegrenze eine Brücke zu bauen. Das rief bei den Bürgern Verwunderung hervor, da weder die Deutsche Bahn noch die staatlichen Bauämter in Bamberg und Bayreuth bislang den Kontakt gesucht hätten.

"Wenn hier Lösungen gefunden werden sollen, ist es nötig, sich ganz schnell an einen Tisch zu setzten", sagte dazu MdB Emmi Zeulner. rd